Den Leserinnen und Lesern unserer Homepage bieten wir einen Text aus der neuesten Ausgabe des Pfarrbriefs „Kreuz und Quer“ an.
In Deutschland gehören knapp 50% der Bevölkerung einer Kirche an. So nimmt auch die Zahl derer, die neu auf der Suche sind zu. Ein Kircheneintritt (oder Wiedereintritt) ist eine sehr persönliche Entscheidung, die oft zwischen emotionalen Sehnsüchten und rationalen Bedenken schwankt. Wer darüber nachdenkt, diesen Schritt zu gehen, hat verschiedene Ebenen – von der spirituellen Beheimatung bis hin zum gesellschaftlichen Engagement – die dafür sprechen können.
Hier sind wesentliche Aspekte, die für einen (Wieder) Eintritt in die Kirche sprechen:
1. Spirituelle Beheimatung und Sakramente
Für viele ist die Kirche der Ort, an dem die großen Fragen des Lebens einen rituellen Rahmen finden. Der Zugang zur Kommunion, der Beichte oder der Krankensalbung wird oft als Quelle der Kraft und Versöhnung erlebt. Es sind aber auch die Rituale im Lebenslauf:
- Ob eine kirchliche Hochzeit,
- die Taufe der Kinder
- oder ein christliches Begräbnis
die Kirche bietet Symbole und Räume für die entscheidenden Übergänge des Lebens. Und die Kirche bietet Stille und Gebet: Kirchenräume bieten oft einen physischen Rückzugsort der Stille in einer hektischen Welt.
2. Gemeinschaft und Zugehörigkeit
Glauben muss man nicht alleine.
Die Pfarrei vor Ort bietet die Chance auf eine Gemeinschaft, die über soziale Schichten und Altersgruppen hinweg verbindet. Man erlebt Solidarität: In einer zunehmend anonymen Gesellschaft bietet die Gemeinde ein soziales Netz. Dieses ist getragen von einer Wertegemeinschaft: Man trifft auf Menschen, die sich an christlichen Grundwerten wie Nächstenliebe, Hoffnung und Vergebung orientieren.
3. Mitgestaltung und Reform von innen
Viele Menschen treten – manchmal nach Enttäuschungen, die zum Austritt führten – wieder ein, weil sie die Kirche nicht den „Konservativen“ oder den starren Strukturen überlassen wollen. Sie spüren, hier habe ich die Möglichkeit mich zu engagieren und das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten und so Veränderung zu bewirken: Reformen innerhalb der Kirche brauchen Menschen, die kritisch, aber loyal von innen heraus für eine moderne, offene Kirche einstehen.
4. Soziales Engagement (Caritas)
Die Kirche ist eine der größten sozialen Instanzen. Durch Kirchensteuern und persönliches Engagement werden Strukturen finanziert, die ohne die Kirche kaum denkbar wären: kirchliche Kindergärten und Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser, Beratungsstellen (z.B. für Schwangere, Suchtkranke oder Geflüchtete), weltweite Entwicklungshilfe (z.B. durch Misereor oder Adveniat).
Der Wiedereintritt ist unbürokratischer, als viele denken.
Es ist kein „Bußgang“, sondern ein Willkommensakt. Herzliche Einladung mit mir Kontakt auf zu nehmen!
Vielleicht tragen auch Sie schon länger Gedanken an einen Kircheneintritt oder Wiedereintritt mit sich. Gerne nehme ich mir Zeit für ein persönliches Gespräch – offen, vertraulich und ohne Verpflichtung. Gemeinsam können wir Fragen klären und überlegen, welcher Weg für Sie passend ist.
Pfr. Dietmar Hermann

