Pünktlich um 13 Uhr war es am Sa. 7.3.2020 mit dem schönen Wetter vorbei. Doch das sollte die über 40 Wanderer trotz leichtem Regen nicht abhalten, auf den Weg, der über Sickenhausen, Degerschlacht zum heutigen Ziel nach Orschel-Hagen führen sollte, aufzubrechen. Pfarrer Dietmar Hermann eröffnete mit einem Pilgersegen: In den Gesprächen unterwegs, in der Schönheit der Natur lud er ein Gottes Spuren zu entdecken: „Es ist wie oft im Leben, auch während der Regentropfen war schon ein Stück blauer Himmel und Sonne sichtbar.“

Bereits am Ortseingang nach Sickenhausen hatten wir das schlechte Wetter überwunden. Margarete Zeiler verstand es in hervorragender Weise, die Wanderer über die Geschichte von Sickenhausen und später auch über Degerschlacht sachkundig und kompetent zu informieren. Diese Exkursionen in die Vergangenheit brachten, selbst für Ortsansässige noch Unbekanntes zu Tage.

Um 14:15 Uhr führte uns der ev. Pfarrer Jörg Schweizer in Degerschlacht in die ev. Petruskirche, die 1450 für die damals noch sehr kleine Gemeinde gebaut wurde. Zunächst erfuhren wir einiges über die Gemeinde und das Gemeindeleben, bevor er auf die Baugeschichte der Kirche einging. Es begann mit einer kleinen Kapelle, die nach einigen Umbauten das heutige Aussehen erhielt. Nach guter Pilgermanier schlossen wir mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich“, das für viele die heimliche Hymne der Katholiken ist, unsere Kirchenbesichtigung ab.

Nun stand noch die zweite Hälfte des Weges vor uns. Zwischen der Gaststätte Edelweiß in der Sickenhäuserstraße und dem Friedhof Römerschanze erreichten wir den topographischen Höhepunkt unserer Wanderung, an dem Mechthild Betz einen kurzen geistlichen Impuls hielt. Das Panorama hier oben, von den weißen Türmen des Heizkraftwerks Altbach/Deizisau über die Burg Teck und Hohen Neuffen, über den Reutlinger Hausberg die Achalm, die Reutlinger Alb bis zum Roßberg und weiter zur Burg Hohenzollern ist schon atemberaubend, und zeigt uns die volle Schönheit unserer Heimat.

Schnell erreichten wir von hier das Grab vom früheren Pfarrer von St. Andreas: Richard Kappler auf dem Friedhof Römerschanze und den nahen Dietweg von dem wir auf abfallendem Weg die Kirche St. Andreas erreichten. Auch unser jüngster Mitwanderer, der 9-jährige Laurens mit seinem Vater war froh das Ziel nach 2 ½ Stunden und ca. 12.000 Schritten erreicht zu haben. Diakon Esteban Rojas, der zum ersten Mal an der Wanderung teilnahm, beendete vor der Kirche die Seelsorgeeinheits-Wanderung mit einer kurzen Ansprache und einem Dankgebet.

Trotz der Fastenzeit freuten sich alle auf eine Tasse heißen Kaffee und das Kuchen-Büffet, das die St. Andreas Frauen mit Helfern in dankenswerter Weise bereitgestellt haben. Beim Zusammentreffen im Gemeindesaal bedankte sich Pfarrer Hermann bei den Organisatoren. Für die Wanderer gab es nochmals die Möglichkeit sich ausführlich zu unterhalten. Zum Schluss kam noch die Frage auf: was machen wir nächstes Jahr? Was man jetzt schon sagen kann ist, es wird auf jeden Fall eine Fortsetzung geben, über das wie und wo müssen die Organisatoren sich noch Einiges überlegen.