„Anspruchsvoll mit offener Adresse“. Professor Gerhard Ackermann erklärt, wie das neue Gemeindehaus für St. Andreas aussehen und wirken könnte. Bild: Monika Toman

Die katholische Kirchengemeinde St. Andreas ist auf dem Weg zu einem neuen Gemeindehaus

Reutlingen, 19.11.2018: Ein Pavillon im Grünen, ein strenger kubistischer Baukörper als Pendant zum Pfarrhaus und den Reihenhäusern in der Nachbarschaft oder doch ein dreieckiger Neubau als harmonische Verbindung zu Kirche? Dass die katholische Kirchengemeinde St. Andreas in Orschel-Hagen ein neues Gemeindehaus bauen will, ist so gut wie sicher, sein Aussehen dagegen noch nicht. Um hier einen Schritt weiter zu kommen, hatte die Kirchengemeinde nicht nur einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, sondern auch die Gemeindemitglieder zu einem Austausch eingeladen. Zwischen sieben Entwürfen musste die Fach- und Sachjury im Vorfeld zu entscheiden. Wichtige Beurteilungskriterien waren dabei die Verträglichkeit mit dem Umfeld, die Erfüllung der Funktionalität, die gestalterische und räumliche Qualität sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, wie Professor Gerhard Ackermann, Architekt aus Tübingen und Moderator des Wettbewerbs, erklärte. In einem Rundgang im Gemeindesaal von St. Andreas erläuterte er interessierten Besuchern, warum vier Entwürfe frühzeitig ausgeschieden waren, aber vor allem, warum es drei Modelle unter die Top Drei geschafft haben. Diese bestächen vor allem durch geradlinige Grundrisse, klare Anordnung der Räume, großzügige Flächen und durch einladende und offene Eingangssituationen, so Ackermann. „Die Plätze eins bis drei können alle gebaut werden.“ Er selbst favorisiert den „mutigen“ Entwurf einer triangularen Form, die mit der Kirche korrespondiert, aber die Alleinstellung des Kirchenbaus hervorhebt. Für den Entwurf der Architekturbüros Panzer aus Tübingen und Leipzig hat sich schließlich auch der Kirchengemeinderat ausgesprochen. Vom Modell bis zur endgültigen Realisierung ist es allerdings ein langer Weg: „ein Prozess, der viele Beteiligte hat“, weiß der Architekt aus Erfahrung. Auch die finanziellen Mittel müssen dafür bereitgestellt werden. In der Auslobung des Wettbewerbs waren 2,2 Millionen Euro als Kostenrahmen vorgesehen. Wenn die katholische Gesamtkirchengemeinde dem Vorhaben zustimmt, wird das Vorhaben in den Haushalt 2020/21 eingestellt.  (mto)