Es war soweit! Pünktlich um 07:00 Uhr am 01. August 2015 sollte die Abfahrt nach Straßburg sein. Die Sängerinnen und Sänger sowie der Chorleiter des Kirchenchors der St.-Andreas-Kirche Orschel-Hagen hatten schon vor vielen Wochen diesen Ausflug geplant. „Wir freuen uns drauf“, “hoffentlich ist das Wetter schön, es sollte nur nicht regnen“, das waren einige Kommentare.

Das Wetter war in der Frühe noch „bedeckt“, es konnte sich noch nicht entscheiden, die Sonne herauskommen zu lassen oder doch vielleicht die Wolken, die reichlich zu sehen waren, etwas anzuzapfen. Wir waren ja im Bus, da war es eigentlich egal, was das Wetter macht. Herr Kurzenberger persönlich hat uns sicher über die Autobahn inklusive einer kurzen Rast bei Baden-Baden nach Kehl gebracht, wo ein netter älterer Herr zu uns einstieg – unser Stadtführer für Straßburg. Bis zum Place l’Etoile, Aus- und Wiedereinstiegspunkt am Nachmittag, erklärte er uns etwas aus der Geschichte dieses Grenzgebietes, über Bauvorhaben, die geplant, ein kleines Stück schon ausgeführt, aber noch nicht vollendet sind, nämlich eine Straßenbahn von Kehl nach Straßburg (und umgekehrt). Wir kamen am Europaparlamentskomplex, am Europäischen Gerichtshof und den Verwaltungsgebäuden hierzu vorbei. Viele große Gebäude säumten die Straße.
Gleich bei der Ankunft versuchte ein Mann aus Afrika seine Produkte an den Mann oder an die Frau zu bringen. Es gelang ihm nicht – jeder hatte eine Uhr, einen Geldbeutel und einen Sonnenschutz. Zu Fuß ging es dann zur Innenstadt. Der Stadtführer führte uns in eine evangelische Kirche, die erstaunlicherweise geöffnet war. Zu unserer Begrüßung spielte jemand auf der Silbermannorgel, was nicht ganz günstig war, da man die Erläuterungen nicht oder nur teilweise verstand. Straßburg liege auf einer Insel, so betonte der nette Mann, rundherum sei Wasser, wir würden es dann bei der geplanten Schifffahrt sehen. Das Münster – die größte Kirche Straßburgs – ist auf dieser Insel gebaut. Anscheinend wurde deshalb der zweite Turm nicht vollendet, da der Untergrund nicht stabil genug wäre. Er meinte, er wolle uns nicht ins Münster führen, das könnten wir während der Zeit machen, in der wir frei hätten. In der Altstadt sind sehr viele wunderschöne Fachwerkhäuser erhalten. Außerdem sind die Straßennamen zum großen Teil in französischer und in deutscher Sprache (Elsässer Dialekt) angeschrieben. Die Zeit war nun schon etwas fortgeschritten, das Schiff sollte ja nicht ohne uns wegfahren, die Fahrt war ja schon gezahlt.
Die Fahrt führte uns an den schönen Häusern vorbei zum letzten noch verbliebenen Teil der Bastion, die zum Aussichtspunkt umgestaltet wurde, vorbei an dicken Wehrtürmen mit riesigen Schießscharten für Kanonen, die Fahrt ging weiter zum Europaparlament und dann wieder zurück an die Anlegestelle. Jeder Mitfahrer hatte einen Kopfhörer und konnte sich die Sprache, die er am besten verstand, einstellen. Die Erklärungen waren sehr umfangreich, aber auch – für mich jedenfalls – sehr interessant. Das einzige, was etwa störte war, dass sich nun mit voller Wucht die Sonne zeigte und in das Schiff brannte.
Es war gut, eine Mütze zu haben. Nach der Bootsfahrt hatten wir ungefähr zwei Stunden Zeit, um Straßburg auf eigene Faust zu erkunden. Sehenswert ist natürlich im Münster die riesige Uhr mit allen ihren Details, die hier zu erklären, zu vielfältig wären.
Es zeigte sich nun die Müdigkeit. Pünktlich zur genannten Zeit waren wir wieder am Place l’Etoile. Die Fahrt zurück ging nun durch den Schwarzwald. Eine wunderschöne Fahrt durch das St.-Peter-Tal, die Serpentinen bis zum Kniebis hoch, weiter nach Freudenstadt mit ihren Arkaden und ihrer Eckkirche. Wir waren angemeldet im Landgasthaus Löwen in Neubulach-Oberhaugstett zum Abendessen.
Müde – jedoch gut gelaunt – wurde die Heimfahrt angetreten. Charly hatte seine Gitarre mitgebracht und Albert Mayer brachte den „hinteren“ Teil des Busses in Stimmung. Alte Schlager, Schlafliedchen, Volksgesang, alles war dabei. Pünktlich um 21:00 Uhr machte der Bus Halt in Orschel-Hagen, man verabschiedete sich und wünschte allseits eine schöne Woche und einen schönen Urlaub. Wie bald wird es sein, kommt der Herbst mit Riesenschritten und das Jahr ist schon wieder bald zu Ende.
Ein großes Dankeschön an Thomas Draxler und Charly Tran für die tolle Organisation. Albert Mayer und Charly Tran für die musikalischen Einlagen, italienisches Gebäck von Margarete Mayer, Nusshörnchen und Nussschnecken von Gerda Koppi, Schokoladekuchen von Elisabeth Schwarz und köstliche knusprige Brezeln, die Thomas besorgt hat. Fast alles war aufgegessen, man sagt hier dazu, dass das schöne Wetter soll bleiben.
Gerda Koppi