Die Kirchengemeinde Sankt Franziskus feiert das Fronleichnamsfest abwechselnd in den Ortsteilen Pliezhausen. Mittelstadt und Walddorfhäslach. Dieses Jahr war wieder Walddorfhäslach an der Reihe. Der Ortsausschuss hat im Gemeindehaus Walddorf für den Fronleichnamsgottesdienst und das anschließende Gemeindefest alles souverän vorbereitet.

Gottesdienst und Prozession wurden vom Musikverein Walddorfhäslach unter der Leitung von Frau Krohmer-Rebmann einfühlsam und professionell mitgestaltet, ein Zeichen der Verbundenheit nicht nur zwischen der kirchlichen und der bürgerlichen Gemeinde, sondern auch unter den christlichen Konfessionen, was Pfarrer Dietmar Hermann eingangs betonte: „Wir feiern Fronleichnam als ein Fest, das ökumenisch verbindet und positiv in die gesamte Gesellschaft hineinwirkt. Gott will auf der Straße erlebt werden. Er will mitten hinein in unser Leben.“

Weitere liturgische Dienste an den Altären wurden außer durch Pfarrer Hermann von circa 10 Ministrantinnen und Ministranten, den Pastoral-beziehungsweise Gemeinde-Referentinnen Veronika Tiline-Vitez und Anamarija Žunabović Juričić und den Kommunionhelfern geleistet.

Die Blumenteppiche an den Altären fassten drei Visionen für die „Kirche der Zukunft“ exemplarisch zusammen und gaben somit auch das Motto der Predigt vor: „Geistesgegenwärtig, gottvertrauend und jesusmäßig leben!“

Geistesgegenwart im christlichen Sinn bedeutet, präsent zu sein im Hier und Jetzt, Augen aufmachen für die Not des Nächsten, Gottes Geist im Alltag leben. Denn wir sind „die Monstranz für die Welt („monstrare“ = „zeigen“).

Unser Gottvertrauen zeigt sich symbolhaft in der kleinen weißen Hostie: sie glänzt nicht aus sich heraus, sie hat keine Macht im weltlichen Sinn und dennoch verkörpert sie die größte Macht des Universums – die Liebe Gottes! Sie trägt uns, auch gerade dann, wenn unsere Kraft zuende geht.

Jesusmäßig leben klingt etwas flapsig, birgt aber einen wahren Kern: Die lebendige Christusbeziehung kann den Alltag verwandeln. Fronleichnam ist eine Demonstration des Lebens. Gott hat sich klein gemacht. Wir bekennen ihn auf dem Asphalt des Alltags. Getragen von seiner tröstlichen Zusage, vertrauen wir darauf, dass wir nicht alles alleine schaffen müssen. Er führt, wir gehen hinter ihm her.
Augustinus gibt uns eine knappe, aber folgenreiche Empfehlung für die Umsetzung der Fronleichnamsbotschaft in unserem Alltag:
„Empfangt, was ihr seid und werdet, was ihr empfangt: der Leib Christi!“
Angela Madaus 5.6.2026



