In dulce jubilo – Weihnachtsgottesdienst in Sankt Franziskus mit dem Kirchenchor

Aus dem reichhaltigen Weihnachtsrepertoire wählte der Kirchenchorleiter Dietmar Pietsch im Weihnachtsgottesdienst 2017 auch zwei Stücke aus dem Barock und eines aus der Romantik aus.
Zum Gloria erklang „Machet die Tore weit und die Türen der Welt hoch“ , eine Motette des sächsischen Kirchen-Komponisten Andreas Hammerschmidt (1612-1675). Textlich schöpfte Hammerschmidt aus der Bibel und der Kirchenlied-Literatur. Seine musikalischen Sätze sind schlicht, aber in ihrer Schlichtheit ausdrucksvoll. So haben viele Motetten die Zeit bis in die heutige musikalische Praxis überdauert, und sie werden vielfach in großen und kleinen Chören gerne gesungen.
„Joy to the world“ ist eines der bekanntesten und beliebtesten Weihnachtslieder aus dem angelsächsischen Sprachraum. Den Text verfasste im Jahr 1719 Isaac Watts (1674-1748) nach dem zweiten Teil des Psalms 98. Die Melodie basiert auf dem Chor „Hoch tut euch auf“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel (1685-1759).
Camille Saint-Saens (1835-1921), der an der Kirche La Madeleine in Paris als Organist wirkte, komponierte im Advent 1858 das „Weihnachtsoratorium“, dessen homophoner Schlusssatz „Tollite hostias“, liturgisch richtig platziert, zur Gabenbereitung dargeboten wurde.
In der Form eines Hirtenliedes schließlich wurde die Botschaft „Als die Welt verloren, Christus ist geboren“ mit den Anfangsworten des „Gloria“ aus der lateinischen Messe verbunden. Das Lied eines unbekannten Verfassers wurde aus dem Polnischen übertragen und ist eines der populärsten polnischen Weihnachtslieder.
Angela Madaus