40 Jahre Sankt Gebhard, Mittelstadt – Jubiläumsgottesdienst mit Weihbischof Dr. Johannes Kreidler am 24.4.2016

Personell hat sich der Kreis geschlossen: der Bauherr von Kirche und Gemeindezentrum, der gestern 90 Jahre alt gewordene Pfarrer Gebhard Lutz, war unter den Ehrengästen und (mit Pfarrer Dietmar Hermann) Mit-Zelebrant beim feierlichen Jubiläumsgottesdienst, und Weihbischof Johannes Kreidler hatte schon am Einweihungsgottesdienst vor 40 Jahren mitgewirkt: er war damals Sekretär von Bischof Georg Moser und somit auch mit dem liturgischen Amt eines Zeremoniars betraut gewesen.
In seiner Predigt beschrieb Bischof Kreidler die Kirche als „gefährdete Wohngemeinschaft“, die in den Stürmen der Zeit neuen Mut beweisen müsse. Sie solle sich nicht als „Bastion“ oder „Bollwerk“ gegenüber einer als unheilig anmutenden Welt verstehen, sondern einladend und offen sein, ein Ort, an dem alle Bedürftigen „unzerstörbare und unaufkündbare Geborgenheit“ erfahren. Die „Baustruktur“ dieser Kirche bestehe aus zwei Komponenten, einer „kommunikativen Architektur“ und einer „soliden Statik“, deren Grund- und Eckstein Jesus Christus ist, der den ganzen Bau zusammenhält.
Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Kirchenchor, der unter der Leitung von Dietmar Pietsch die Messe in F-Dur von Martin Vogt einstudiert hatte; an der Orgel begleitete Danuta Lehner. Das Chörle bestritt den Wechselgesang mit der Gemeinde und das Schluss- und Abschiedslied „Möge die Straße uns wieder zusammenführen“.
Im Anschluss an den Gottesdienst bewirteten fleißige Helfer aus der gesamten Kirchengemeinde die zahlreichen Besucher im beheizten Zelt mit Spezialitäten: z.B. Räucherfisch nach einem portugiesischen und Rostbratwurst nach einem donauschwäbischen Rezept. Der Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Wolfgang Lachenmann, begrüßte die Gäste aus der bürgerlichen Gemeinde und den anderen christlichen Konfessionen vor Ort. Bezirksbürgermeister Wilhelm Haug ging in seinem Grußwort auf die Anfänge der Mittelstädter Gemeinde ein und betonte, dass die Integration in die Kirchengemeinde den Vertriebenen in den 50-er-Jahren und den zugezogenen portugiesischen Gastarbeitern in den 60-er-Jahren geholfen habe, das Fremdsein zu überwinden. Pfarrerin Gerlinde Henrichsmeyer von der evangelischen Kirche und Joachim Böhringer für die evangelisch-methodistische Gemeinde verwiesen auf die gute ökumenische Zusammenarbeit in Mittelstadt, die sich z.B. bei gemeinsam gestalteten Bibelwochen oder Konzerten zeigt.
Angela Madaus

 

 

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