Erntedankfest St. Andreas am 11. Oktober 2015

Es ist Herbst geworden. Die Bäume färben sich in leuchtendes Rot, Gelb und Braun. Selten hört man einen Vogel singen. Vor Wochen hörte man noch die Mähdrescher fahren. Die Obsternte ist fast abgeschlossen, das Gemüse geerntet und vorbereitet für den Winter. Die Nebel ziehen durch die Täler. Der Winter steht vor der Tür.
Jetzt, wenn die etwas ruhigere Zeit beginnt, blickt man zurück auf den Jahresverlauf. Man hat gesät, im Garten gearbeitet und auf dem Feld, hat die Früchte heimgebracht, jetzt kann man innehalten und danke sagen. Danke für Sonne und Regen, für die schönen Gaben der Natur, dem Schöpfer gilt es, danke zu sagen. Es ist etwas Großes, etwas Erhabenes. Auch die Gläubigen von St. Andreas in Reutlingen-Orschel-Hagen sagen danke und etwas ihrer Ernte haben sie zur Kirche gebracht, um einen wunderschönen Erntedankaltar vorzubereiten.
Am 11. Oktober 2015 wurde der diesjährige Erntedank-Gottesdienst bei St. Andreas gefeiert. Viel war vorzubereiten, viele Probenstunden hatten die Akteure hinter sich, denn mitgewirkt hatte der Kirchenchor, die STA-Band & Friends, die Kinder des katholischen Kindergartens in Orschel-Hagen, viele freiwillige Helfer im Saal und in der Küche, um das Mittagessen vorzubereiten. Am Ende des Gottesdienstes verkauften Ministranten wunderbaren Kuchen.
Zum Eingang spielte die STA-Band & Friends unter der Leitung von Charly Tran das Stück „Wie ein Fest nach langer Trauer“:
Die Kindergartenkinder hatten zusammen mit Frau Brossette und Frau Pawlitza fleißig geprobt, sie sangen mit der Gemeinde das bekannte Lied „Lasst uns miteinander … „
Zum Gloria war GL 383 „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt…“ angesagt, alle Gesänge wurden von der Band begleitet.
Als Lesung hörten wir aus dem ersten Brief Paulus an die Apostel. Die Antwort darauf übernahm der Chor: „Ohne Wort, ohne Laut singt das Universum, Gott für dich ein Lied.“ Zum Evangelium wurde aus Matthäus gelesen über die Liebe zu Freunden aber auch zu den Feinden: „Gott lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte..
Festlich klang das Halleluja, das die Gemeinde zusammen mit der Band anstimmte.
Danke sagen, in einer Geschichte erläuterte das Pfarrer Hermann in seiner Predigt über den Jungen, der mit seiner Familie am Sonntag im Gasthaus zum Essen war. Die Mutter ermahnte ihn, ein Dankgebet zu sprechen. Was sagte der Junge darauf? „Heute muss ich nicht danken, denn das Essen wird ja bezahlt.“ Die Selbstverständlichkeit, danke zu sagen, hat leider abgenommen. Nicht nur Regen und Sonne, sondern auch unser Leben wurde uns geschenkt. Er wies auf die Bereitschaft hin, zu teilen und zu helfen, wenn jemand in Not ist. Der Erntedanktag ist die Einladung an alle, für alles zu danken.
Die Kindergartenkinder hatten vorgestellt, für was sie danken möchten wie zum Beispiel für die Spielsachen, die Süßigkeiten, die Tiere, die Blumen, die Sonne, für Obst und Gemüse und vieles mehr. Die mitgebrachten Gaben bauten sie dann für jedermann sichtbar neben dem Erntedankaltar auf.
Die Gemeinde zusammen mit der Band waren zum Sanctus eingeladen, aus dem Gotteslob Nr. 744 zu singen mit Chor unter Leitung von Christof Wombacher, der auch auf der Querflöte begleitete. „When the children cry“, wurde von Charly Tran als Gesangssolist hervorragend vorgetragen, begleitet wurde er von der Band.
Das bekannte Lied „Danke“ bildete dann den Abschluss des gemeinsamen Gesangs der Gemeinde, der Kindergartenkinder und des Chors, bevor nach dem Segen noch das Segenslied des Chors zu hören war.
Die Auszugsmelodie gestaltete die Band als instrumentales Stück, danach sang Lisa Tran mit ihrer glockenhellen Stimme das Abschiedslied.
Der Gottesdienst war wunderbar. Die Band spielte mit Schwung, nicht zu laut, einfach klasse. Der Chor war gut im Rhythmus mit der Band, es war überaus harmonisch. Das Ganze hatte Schwung. Der Sologesang von Charly und Lisa Tran war klasse. Die Predigt war kurz aber dennoch inhaltlich gehaltvoll und ausgewogen ohne den manchmal bei Gottesdiensten üblichen mahnenden Zeigefinger. Mir persönlich haben die Kinder sehr gut gefallen, sie waren mit Eifer dabei, es hatten manche sogar ihr Festtagskleidchen angezogen. Auch der Kleinste wollte mitmachen.
Am Schluss des Gottesdienstes dankte Herr Pfarrer Hermann allen Helfern und Akteuren, die sich ehrenamtlich in diesem Festgottesdienst eingebracht haben, auch denen, die für den Erntedankaltar Gaben gespendet und denen die den schönen Baum gestaltet haben.
Im Gemeindesaal gab es anschließend ein gemeinsames Mittagessen, Suppe, Rouladen, Rotkraut und Klöße sowie ein Dessert stand auf der Speisekarte. Die Tische waren liebevoll gedeckt. Hierzu sollte man sich bis zu einem bestimmten Termin anmelden. Eine Übersicht muss das Vorbereitungsteam ja haben. Das war vielleicht für den einen oder anderen ungewohnt, da man sonst, wenn dort ein Essen gereicht wird, einfach hingeht.
Gerda Koppi

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