„Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen!“

Jesus interessiert sich scheinbar nur für die verlorenen Schafe des Hauses Israel, hat kein Erbarmen mit der kananäischen Frau, einer Heidin im Feindesland Phönizien, die vor ihm liegt und nach Hilfe schreit für ihre Tochter, die von einem Dämon gequält wird. In diesem Evangelium vom 20. Sonntag im Jahreskreis wird uns ein Jesus gezeigt, der hart und dogmatisch abweisend ist. Mag sein, dass er einfach nur müde ist, wie jeder Mensch und deshalb ganz menschlich schwach und abweisend reagiert. Aber die Frau wächst über sich hinaus und dreht den Stiefel um: Ja, selbst wenn du mich behandelst wie einen Hund, so will ich dir sagen, dass auch Hunde immer noch die Brosamen bekommen, die vom Tisch ihres Herrn fallen!  Ja, ich bin nicht an erster Stelle, aber ich bitte auch nur um einen Krümel Barmherzigkeit.

Über die Schmerz- und Demütigungsgrenze hinaus bleibt sie beharrlich im Glauben an Jesu Kraft und sprengt damit auch Jesu momentane Grenzen, so die Interpretation von Margot Mattedi. Tiefer Glaube rettet und heilt, auch uns heute.

Angela Madaus                                                                  20.8.2017