Oder sollte man besser schreiben, von der Freude in der Furcht? Als Paulus seinen Brief an die Philipper schreibt, sitzt er im Gefängnis. Ist in einer bedrohlichen Lage und könnte eigentlich ohne Hoffnung sein. Weil er jedoch die Größe Gottes selbst erlebt hat, als aus einem Christenverfolger Saulus ein Jesusanhänger Paulus wurde, sieht er vieles mit anderen Augen. Die Zeit mit Jesus im Kreise seiner Jünger hat ihn geprägt. Und wes das Herz voll ist, dem geht der Mund über. In seinem Fall in schriftlicher Form, im Brief an die von ihm gegründete Lieblingsgemeinde Philippi – nur einem von vielen Briefen, die Paulus verfasst.Eindringlich ist sein Appell an die Brüder und Schwestern: Freut euch in Jesus und haltet fest am Glauben. Lebt so, dass man euch abnimmt, dass ihr Christen seid. Dass man sieht ihr gehört zusammen, ihr steht füreinander ein und sorgt füreinander und für Andere.
Dass das damals gar nicht so einfach war, und wie Paulus dennoch den Menschen Mut macht, war Thema der diesjährigen Ökumenischen Bibelwoche, die in St. Gebhard in Mittelstadt zu Gast war. Pfarrerin Henrichsmeyer, Pfarrer Herrmann, Diakon Hummler und Pastor Ziegler ließen uns auf vielfältige Weise teilhaben, was Paulus wichtig war, welche Werte er als richtig erkannt hat. Bis heute sind diese Erkenntnisse wegweisend. Was bin ich, wenn ich mich nur auf mich selbst verlasse, stets auf Äußerlichkeiten achte und im Gestern stecken bleibe? Nichts bin ich. Was kann mich zu einem von Freude erfüllten Menschen machen? Sich von Jesus ergreifen lassen, ihm nacheifern, wahrhaftig sein, bekennen Christus ist der Herr und diese Erkenntnis versuchen im Leben umzusetzen.
Natürlich sind wir nicht vollkommen, natürlich gelingt uns das nicht immer – und wer vermag schon zu sagen, wie man sich verhalten würde, wenn es wirklich eng wird? Man braucht da gar nicht wie bei Paulus an Kerker oder Todesangst denken. Es fängt doch schon bei kleinen Sorgen, bei Krankheit und schlimmen Nachrichten in der Familie an. Wie leicht lassen wir uns da ins Negative ziehen. Setzen wir doch einen Pluspunkt dagegen. Das Grundvertrauen Jesus gegenüber, die Gewissheit, dass Gott für uns da ist und uns hält und trägt auf all unseren Wegen – das begründet eine tiefe Freude, die sich nicht so leicht erschüttern lässt. Und so können wir feststellen – trotz mancher Furcht und manchem Zittern, Gott wirkt in uns beides, das Wollen und das Vollbringen. Freuen kann man nicht befehlen, aber man kann es üben. Lassen wir es zu.
Ein schöner Teil dieser Freude kam in der aufgeschlossenen Gemeinschaft der Bibelwoche zum Ausdruck. Der Posaunen- und Singchor der EmK, der Chor der katholischen Gemeinde, der evangelische Kirchenchor und nicht zuletzt die Besucher der Bibelwoche hörten und sangen auf´s allerfeinste abgestimmte Lieder, die das Gehörte ergänzten und vertieften. Eine Freude für Ausführende und Zuhörende.
So bleibt noch der Dank an die katholische Gemeinde St. Gebhard, die uns so liebevoll aufgenommen hat und die Bitte um Gottes Geleit im begonnenen Jahr.