Seit längerer Zeit beschäftigt sich der künstlerische Ausschuss von St. Franziskus mit der Frage, wie „mehr Kirche“ im heutigen Kirchenraum – einem ehemaligen Schulgebäude – aussehen könnte. Nachdem der Altarraum durch die Neugestaltung des Kreuzes mit Christusfigur 2015 ein neues Aussehen erhalten hatte, wurden weitere Überlegungen angestellt, den Kirchenraum sakral aufzuwerten. Die erarbeiteten Vorschläge, eine Franziskusfigur anstelle des vorhandenen Kunstdruckes aufzustellen und ein Buntglasfenster im Taufbereich zu realisieren, wurden vom Kirchengemeinderat wohlwollend unterstützt und zur Umsetzung freigegeben.
Zwei Südtiroler Künstler wurden angefragt, eine Franziskusstatue, passend zu der vorhandenen Bronzefigur der Maria, in einem vorgegebenen Preisrahmen anzufertigen. An Hand von kleinen Modellen, die die Künstler als Anschauungsobjekt anfertigten, wurde im künstlerischen Ausschuss an Hand von Fotos eine Vorauswahl getroffen. Der Entwurf des Holzschnitzers Ploner aus Gudifaun bei Klausen wurde letztendlich ausgewählt, da er in der Grundausprägung und künstlerischen Darstellung der Figur die Gestaltungssprache der vorhandenen Marienstatue gut ergänzt. In mehreren Schritten und in enger Abstimmung wurde der Entwurf weiterentwickelt und immer wieder mittels Fotos begutachtet. Der 1:1-Entwurf wurde daraufhin beauftragt und von H. Ploner in Ton modelliert. Vor der finalen Umsetzung der Statue in Bronze war dem Künstler wichtig, bei einer vor-Ort-Begutachtung letzte Details und mögliche Änderungswünsche besprechen zu können. 5 Mitglieder des künstlerischen Ausschusses machten sich dazu am 10.8.21 auf den Weg nach Südtirol und waren begeistert, als sie die 90cm große Statue das erste Mal in der endgültigen Ausprägung sahen. Zusammen mit dem Künstler wurden letzte Details und Feinoptimierungen des Faltenwurfes der Kutte ausprobiert und von ihm spontan eingearbeitet, um die Wirkung auf die Gesamtfigur zu sehen. Die Position der anfliegenden Taube auf die ausgestreckte Hand wurde festgelegt und das Tau-Kreuz formal überarbeitet. Nach 2 Stunden waren alle mit dem Ergebnis hoch zufrieden und gaben die finale Freigabe für die Umsetzung in Bronze. Diese Arbeit nimmt rund 6 Wochen in Anspruch, so dass ein Fertigstellungstermin im Oktober realistisch erscheint.

Zusammenfassend war es für uns ein eindrucksvolles Erlebnis, den Künstler bei seiner Arbeit zu erleben, der im Dialog mit uns auf unsere Wünsche einging, dabei aber immer darauf achtete, seinen Gestaltungs-Stil und seine Handschrift beizubehalten. Wir sind überzeugt, dass die Figur im Herbst an ihrem vorgesehenen Platz den Kirchenraum bereichern wird.

Abschließend kann man noch sagen, dass wir in einer tollen Gemeinschaft unterwegs waren und bei einer tollen Wanderung am zweiten Tag über Gott und die Welt philosophiert haben.