Samstag, 16. Januar 2016, 15:00 Uhr Kolpinghaus Reutlingen
Gerda Koppi, Reutlingen-Rommelsbach

Im Dezember 2015 bekamen wir einen Brief vom katholischen Pfarramt St. Andreas aus Reutlingen-Orschel-Hagen. „Als Zeichen der Anerkennung laden wir alle Mitarbeiter/innen und Ehrenamtliche mit Partner zu einem gemütlichen Nachmittag ein…“, so war darin zu lesen. Der Nachmittag sollte an dem vorgenannten Samstag stattfinden – und der war nun gestern. Der Schnee, den wir uns schon zu Weihnachten gewünscht hatten, war nun auch in Reutlingen angekommen – etwas sparsam zwar – aber die Bäume und Dächer waren doch etwas „gepudert“.
Zirka 90 Personen waren gekommen. Die Tische waren schön eingedeckt, Primeln in verschiedenen Farben standen auf den Tischen, Kaffeetassen, Gläser und Getränke waren schon bereit gestellt. Zur Begrüßung wurde Sekt pur, gemischt mit Orangensaft oder nur Orangensaft gereicht. Ein reichhaltiges Kuchenbüffet war ebenfalls aufgebaut.
Herr Pfarrer Hermann begrüßte die Gäste, die der Einladung gefolgt waren und bedankte sich bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie den ehrenamtlich für St. Andreas Tätigen. Er wünschte allen einen gemütlichen Nachmittag. Er lud alle ein, sich am Kuchenbüffet zu bedienen, für Kaffee sei ebenfalls gesorgt. Danach sei ein Programm vorbereitet und der Mittag würde mit einem gemeinsamen Abendessen enden.
Als nun alle satt waren, war es Herrn Hermann ein Anliegen, dass man sich etwas Bewegung verschaffte. Er stellte ein Gewinnspiel vor, bei dem es dann einen Preis zu gewinnen gab. „Der rasende Reporter findet zu jeder Frage eine Unterschrift“, so hieß das Spiel.Die Anwesenden sollen sich im Raum bewegen und so schnell wie möglich zu jeder Frage von den unterschiedlichen Personen eine Unterschrift bekommen. Wer zuerst die acht Unterschrift vorweisen könne, der sei dann der glückliche Gewinner. Ein Mitglied des Kirchenchors – Frau Müller – war die schnellste „Reporterin“, sie erhielt eine leckere Bonboniere.
Auf der Bühne vor dem roten Vorhang war ein Tisch mit zwei Stühlen aufgebaut. Der Tisch war freundlich hergerichtet mit zwei Töpfchen mit Primeln und ein Telefon stand bereit. Herr Hermann setzte sich auf einen der Stühle und hielt den Telefonhörer in der Hand. „Hannes, Hannes“ rief er laut ins Telefon, der Vorhang bewegt sich etwas und Herr Hummler mit einem runden Hut kam an den Tisch. Jetzt wussten alle, es kommt ein Sketch von „Hannes und der Bürgermeister“.Dem Bürgermeister war zu Ohren gekommen, dass Hannes das Telefon seiner Sekretärin bedient habe. Er fragte nach, wer denn angerufen hätte. Hannes versuchte mit allen Möglichkeiten, dieser Frage auszuweichen, bis der Bürgermeister eine Flasche auf den Tisch stellte. Nach ein paar Stamperl rückte Hannes mit der Antwort heraus, dass vom Komitee angerufen wurde, die den Ehrenbürger wählen sollten. Nach langem Hin und Her und immer wieder zwischendurch ein Stamperl Schnaps war der Bürgermeister der Meinung, dass ihm diese Ehre zukommen würde – das sei der Grund des Anrufes gewesen. Hannes war aber eigentlich noch nicht mit der Antwort herausgerückt, der Bürgermeister sonnte sich aber schon in seiner neuen Würde. „Ja Hannes, sag doch, wer ist nun der Glückliche, das bin doch ich?“ „Nein“, war die Antwort, „die Frau Bürgermeister!“ Seine Enttäuschung war groß, wurde aber mit dem kräftigen Applaus der Anwesenden gemildert.
Ein zweiter Sketch folgte.
Eine Frau betrat nun die Bühne, eine Bäuerin – ihr Kostüm war herrlich. Sie lobte die Welt, das Wetter, eigentlich alles. Sie hatte auf ihrem Bauernhof Ferienzimmer zu vermieten. Eine Urlauberin betrat nun die Bühne, eine Städterin. Sie fragte nach dem Komfort des Zimmers, gab bekannt, was sie zum Frühstück zu speisen wünsche, trug weitere Wünsche vor, die von der Bäuerin nicht erfüllt werden konnten. Die Geschichte war in Versform gefasst, war mit Fremdwörtern bis beispielsweise „hat das Zimmer ein Bidet?“ gespickt, auf die die Bäuerin nicht unbedingt eine klare aber doch sinnvolle Antwort wusste, die dann das Publikum zum Lachen brachte. Der Städterin war das Zimmer doch zu einfach und sie zog sich dann zurück. Die Bäuerin rief ihr noch nach: „Sie können mir ja dann das Geld schicken!“ Hervorragend gespielt wurde dieser Sketch von Cornelia Beck-Henritzi (Bäuerin) und Julia Netzer (Städterin).
Nach den gekonnten Vorführungen war Gelegenheit, sich auszutauschen, zu erzählen, auch Bekannte, die man vielleicht schon lange nicht mehr gesehen hatte, zu begrüßen.
Im hinteren Teil des Saales wurden schon Vorbereitungen für das angekündigte Abendessen getroffen. Es roch schon sehr appetitlich aus der Küche.
Herr Hummler übernahm das Mikrofon und stellte den Speiseplan vor: „Hinten links, da gibt‘s Flädlessupp‘, in d‘r Mitte Salatbüffet ond rechts Schweinelendchen mit Spätzle, G‘müs ond Pilzrahmsößle, danoch zum Nochtisch no a Mokkamouce“. Eigentlich war man ja satt – aber das klang doch sehr verlockend. Bevor man das Essen holen konnte, bat er noch darum, Gott im Gebet danke zu sagen für den schönen Nachmittag, für das gute und reichhaltige Essen und die Getränke.
Ein schöner bunter und unterhaltsamer Nachmittag ging zu Ende. Die Organisatoren verdienen ein großes Dankeschön und ein dickes Lob. Mein Mann und ich haben uns sehr wohl gefühlt. Die Bedienung im Saal war flink, freundlich und zuvorkommend. Sie lasen den Gästen die Wünsche fast von den Augen ab.
Es gibt so viele Helfer – wie ich aus einer Liste gesehen habe – die in der Gemeinde St. Andreas auf vielen Gebieten mitarbeiten. Hier nur ein paar Beispiele: Kirchengemeinderat, Kinder- und Jugendgruppe, Kirchenchor,STA Band, Chörle, Kommunionhelfer, Lektoren, Seniorennachmittag, Treff der Frau, Pfadfinder, Ministranten, Gemeindefesthelfer, verschiedene Ausschüsse, Blumenschmuckteam… Sollte ich doch eine Gruppe vergessen haben, so bitte ich um Nachsicht.