Von Minis, Hexen und Zauberern,
einer Rettungsaktion für einen Ball,
wie Heimweh einen Polizeieinsatz auslösen kann,
und wie viel Spaß Quidditch macht!

Rund 1.000 Tage ist es her, dass wir zuletzt in Einsiedel zusammengekommen sind. Es war an der Zeit das zu ändern! Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen hieß es am Freitag, 15.07.2022: Auf zum Mini-Wochenende!
Wir haben Einsiedel getreu unserem Motto für das diesjährige Mini – Wochenende in Hogwarts verwandelt. Jede Menge kleine und auch größere Hexen und Zauberer sind ab 16:00 Uhr pünktlich zum Schuljahresanfang erschienen.

Nach dem Haustest und der Einteilung der Ministranten durch den Sprechenden Hut in die jeweiligen Häuser Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin haben wir traditionell am Lagerfeuer unsere Steaks und Würsten gegrillt.


Am Samstag haben wir gemeinsam unter freien Himmel und bei bestem Wetter mit Pfarrer Dietmar Hermann eine Messe vorbereitet und anschließend gefeiert. In der Messe haben wir mit verschiedenen kleinen Vorführungen die Parallelen zwischen der Welt von Harry Potter und den christlichen Werten herausgearbeitet.
In der Harry Potter Reihe geht es u. a. auch um die existenziellen Fragen nach Verantwortung, der genauen Unterscheidung von Gut und Böse, Schuld und Vergebung. Es wird in den Büchern dargestellt, was Freundschaft, Liebe und Verpflichtung gegenüber dem Guten und anderen Menschen bedeutet.
In kleinen Rollenspielen haben wir erst eine Stelle aus den Harry Potter Büchern dargestellt und anschließend die passenden Bibelstellen gesucht und gefunden.

 

Nach unserer Ministranten-Messe gab es zum Mittagessen „gekochte Zauberstäbe in Bolognese-Soße“.

Nach dem Essen musste sich unser Pfarrer leider wieder verabschieden und wir starteten mit unserer Besenwerkstatt.


Im Handumdrehen entstanden aus 30 handelsüblichen Sorghobesen ein Fluggerät von bester Güte für die anschließenden Zauberprüfungen und das Quidditch Spiel.


Die jungen Hexen und Zauberer konnten bei der anschließenden ZAG (Zaubnergrad) – Prüfung sich beweisen beim:

  • schnellsten Besenlauf der Welt
    (einmal um das Schloss Einsiedel herum)
  • am Netz der Spinne Aragog
    durch welches man hindurchklettern musste, ohne die Spinne zu wecken
  • beim Test und Erraten von Zauberbohnen
  • bei der pantomimischen Verwandlung in einen Animagus.
    (Ein Animagus ist eine magische Person, die sich in ein Tier verwandeln kann)
  • und beim Wissensquiz bei Professor Snape, rund um das Thema Harry Potter und Ministrieren

Ein Ball von uns ist bei Spielen leider im Burggraben gelandet und konnte wegen der Brombeeren nicht direkt gerettet werden. Aber unser Hauself Dobby hatte die rettende Idee mit einer Eimer-Angel und einer Stange.
Am Abend haben wir noch eine Schnitzeljagt nach Harrys Art gemacht. So mussten Morsezeichen erkannt werden, Schwebezauber ausgeführt und Runensteine gesammelt werden.


Nach einem so aufregenden Tag wollte eine kleine Hexe lieber zu Hause schlafen.

Anscheinend war die nächtliche Anfahrt des Flugautos für den Muggel-Nachbarn zu viel. Erst beschwerte er sich bei unserem Direktor Björn (Dumbledore), der ihm versicherte, dass das Schloss nun still sein werde, verständigte dann aber trotzdem die Polizei.
Wie wir von den beiden netten Polizisten erfahren durften, gab es über die Woche, unter anderem am Donnerstag, mehrere Beschwerden seitens des Nachbarn. Nur war leider der Anlass die Gruppe, die vor uns im Hause war.
Vermutlich war der Muggel (Nicht-Magische Person) dann am Samstagabend einfach erschrocken über das elterliche Flugauto. Das Zaubereiministerium konnte aber den Fall schnell zum beidseitigen Einvernehmen klären.
Am Sonntag stand das große Quidditch Turnier an. Weil leider ein paar Minis abreisen mussten, bzw. ihren Schuldienst nicht angetreten hatte, wurde das Haus Ravenclaw aufgelöst und die Schülerinnen und Schüler den anderen Häusern Gryffindor, Hufflepuff und Slytherin zugeordnet. Nun hatten die verbleibenden Häuser wieder alle die notwendige Sollstärke um eine Quidditch – Mannschaft aufzustellen.

Mit unseren selbstgebastelten Besen sind wir über das Fussball-Feld gerannt, haben versucht den „Quaffel“ (Volleyball) durch einen der je drei unterschiedlich hoch angebrachten Torringe der gegnerischen Mannschaft zu werfen, immer darauf bedacht, dass uns kein „Klatscher“ (kleiner Weichgummi-Ball) trifft. Wurde man getroffen musste man zu den eigenen Torstangen rennen und sich dort wieder freischlagen. Erst danach durfte man wieder auf den Besen steigen und weiter am Spiel teilnehmen.
In der 8. Minute kam der Schnatz ins Spiel (Gelber Tennisball in einer gelben Socke, welche ein Schnatzläufer im Hosenbund eingeklemmt hat). Diesen Schnatz mussten die Sucher fangen. Erst durch das Fangen und Entfernen des Schnatzes ist das Spiel beendet. Gryffindor hat das diesjährige Turnier gewonnen.
Nachdem nun die letzten wichtigen Punkte für den Hauspokal vergeben waren und wir durch verschieden Aktionen, Mithilfen und das erfolgreiche Ablegen unser ZAG-Prüfungen bereits ein dickes Punkte-Konto sammeln konnten, wurde nun der Hauspokal von den Professoren-OMis ausgewertet.

Die Punkte gingen an:

  1. Slytherin mit 464
  2. Gryffindor mit 435
  3. Hufflepuff mit 428

Es war ein tolles magisches und ereignisreiches Ministranten-Wochenende. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, sei es in der Vorbereitung, der Unterstützung vor Ort, Fahrdienste oder Kuchen- und Salatspenden.
Einen besonderen Dank auch an Pfarrer Hermann für seine passende Messe zum unserem Harry-Potter-Thema.
Ach übrigens! Die Hausabnahme wurde mit „O“ (Ohnegleichen) bestanden, Filch hat uns ein toppsauberes Haus bescheinigt!
Und wenn demnächst mal wild ein paar Kinder mit Besen zwischen den Beinen um die Kirche rennen, sind das wir Minis, die das nächste Quidditch Turnier austragen…

Text und Bilder
Björn Olhorn