„Ja, wenn das Publikum so mitgeht…“

nachlese zum Klezmerkonzert der „Kapellye Schlosser Hans“ im Katholischen Gemeindehaus Walddorfhäslach.

Ursula Heller und ihr Jungs von „Kapellye Schlosser Hans“ hatten sichtlich Freude bei ihrem Auftritt im Katholischen Gemeindehaus in Walddorfhäslach am Sonntagabend. „So nett wie hier werden wir nicht immer empfangen“. Und so spielte die Gruppe, wie es schon immer für Klezmorim Tradition ist, flott zu einem Fest auf, hier das 20jährige Jubiläum des Gemeindehauses. In typischer Besetzung mit Akkordeon (Hans „Schlosser“ Hebart), Geige (Christof Hummel), Kontrabass (Matthias Kircher) und Gitarre (Steffen Klee) angeführt von Ursula Heller (Gesang und Querflöte) interpretiert die Formation Lieder in jiddischer Sprache – mal charmant, mal pfiffig und temperamentvoll, mal melancholisch oder romantisch und immer mit viel Ausdruck. Diese jiddische Sprache, aus der auch viele Begriffe im Deutschen zu finden sind (z.B. Ramsch, meschugge, Stuss, Tacheles reden, Ganove, Kaff), wurde früher durch die für Feste bestellbaren Musikantengruppen in ganz Europa verbreitet. Typisch für die Klezmermusik ist, dass man auch ohne den genauen Wortlaut des Textes zu verstehen, sehr viel an Emotionen vermittelt bekommt. Jazz, Tango, Balkanrhythmus und Folklore vereinigen sich im Klezmerklang und nehmen das Publikum mit in eine ganz eigene Welt. Hier ist die Musik die Sprache der Seele!

Zwischen den Musikstücken trägt Matthias Kircher gekonnt humorvolle jüdische Geschichten und Anekdoten in so lebendiger Weise vor – herzhaftes Lachen und viel Beifall der über 50 Besucher sind die gebührende Anerkennung.

Mit ihrem Vortrag schaffte es „Kapellye Schlosser Hans“ Lebensfreude, Liebe, Leidenschaft, Zerrissenheit, Hoffnung und Ernüchterung aus der Musik zu hören, mit zu empfinden und schließlich mit „glik“ und „a bisl sun“ das Leben zu feiern. Ein wunderschöner Abend und passender Beitrag zum Jubiläum. Herzlichen Dank an „Kapellye Schlosser Hans“.