Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Wirtschaft haben am 19.11.21 bei der Amtseinführung von Pfarrer Hermann Friedl als Dekan des Katholischen Dekanats Reutlingen-Zwiefalten und seines Stellvertreters Pfarrer Dietmar Hermann in der St. Andreas Kirche in Orschel-Hagen teilgenommen.

Beide bleiben weitere sieben Jahre im Amt. Die Gäste begrüßte Peter Edelburg, Gewählter Vorsitzender in der Leitung des Dekanatsrats Reutlingen-Zwiefalten. Nach der liturgischen Eröffnung durch Organist Martin Neu und der Schola sowie der Schriftlesung durch Gabriele Derlig vom Dekanatsrat erinnerte Domkapitular Monsignore Regens Andreas Rieg in seiner Predigt an die heilige Elisabeth. Als Markgräfin von Thüringen sei sie von ihrem Thron herabgestiegen, um den Armen zu helfen. Brot und Rosen als Schmück vor dem Altar symbolisierten ihr »Rosenwunder«.

»Mögen auch die Dekane den Menschen lebensspendendes Brot bringen«, sagte Rieg. Der Geist Gottes beauftrage dazu, sich der Schwachen anzunehmen, Unterdrückte zu befreien oder Leidende zu trösten. Den beiden Dekanen sprach Rieg den Segen zu.

»Haltung erkennt man nicht am Reden, sondern an den Handlungen«, sagte Landrat Dr. Ulrich Fiedler. Besser könne man die Dekane nicht beschreiben. »Ihre Wiederwahl, der Sie sich trotz der zunehmenden Aufgaben gestellt haben, zeigt den Wunsch nach Fortsetzung Ihrer bewährten Arbeit.« An vielen Stellen im sozial-karitativen Bereich überschnitten sich die Aufgaben von Kirche und Landkreis. Aktuell drohe die Pandemie die Gesellschaft zu spalten. Gemeinsam müsse man daran arbeiten, sie zusammen zu halten und auch den Populisten nicht das Feld zu überlassen. Die Kirche sei in der Gesellschaft ein stabiler Ankerpunkt. »Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit und möchte Ihnen eine offene Hand dafür anbieten.«

»Unsere Gesellschaft prägen Unruhe und Unsicherheit«, sagte Oberbürgermeister Thomas Keck. »Da tut Kontinuität gut, wie sie durch Ihre Wiederwahl gegeben ist.« Brot und Rosen stünden für die

essentielle Grundversorgung, aber auch für Kultur. Dies seien Anliegen von Kirche und Stadt gleichermaßen.

Der evangelische Dekan Marcus Keinath sprach für die ökumenische Gemeinschaft des Landkreises. »Liebe Hermänner« begann er seine Ansprache. Schon lange kenne und schätze man sich. »Es ist herrlich unkompliziert, mit euch kollegial zusammen zu arbeiten.« Beiden Konfessionen machten der Rückgang der Gemeindeglieder, die Finanzen und der Fachkräftemangel zu schaffen, und sie bewege die Frage, wie man Menschen das Wort Gottes nahe bringen könne, um aufzurichten und tragfähige Perspektiven zu vermitteln.

Dr. Claudia Guggemos sprach für die Einrichtungen und Fachdienste des Dekanats. »Wir freuen uns über die Wiederwahl der Dekane Hermann«, sagte sie. Mit einer Clownsnase regte sie an, Humor als Haltung zu versuchen und eine andere Sicht auf die Welt zu wagen.

»Eure Worte waren Stärkung für uns«, bedankte sich Dekan Friedl. »Ich hoffe, wir sind für viele wie Brot und Rosen, doch wir können nichts bewirken ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schade, dass wir noch keine Frau in der Dekanatsleitung haben.« Mit einem Stehempfang im Freien endete die Feier. (Autorin: Gabriele Böhm)