Durch die Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen, dass sich trotz Corona Pandemie niemand in der Kirche ansteckt, wurden dieses Jahr zwei Osternachtsfeiern in die Dämmerung und in den Sonnenaufgang hinein gefeiert. In der St. Andreaskirche mit ihrer großen Fensterfront war die Stimmung gut spürbar und auch bei der Übertragung für die, die auf youtube zuhause mitfeierten, sichtbar. In seiner Predigt erzählte Pfr. Dietmar Hermann eine Geschichte, die von dem Theologen Henry Nouwen erzählt wird.

Streitgespräch eines Zwillingspaares im Mutterleib.

Zwillinge diskutieren, ob es ein Leben nach der Geburt gebe. „Glaubst Du an ein Leben nach der Geburt?“ fragt also der eine Zwilling den anderen im Mutterleib. „Ja ich glaube das gibt es“, antwortet ihm der andere. „Ich denke unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten.“ „Blödsinn“, sagt der nichtgläubige Zwilling, „das gibt es doch nicht. Wie sollte das denn überhaupt aussehen, so ein Leben nach der Geburt?“ „Das weiß ich auch nicht so genau“, antwortet der andere, „aber vermutlich wird es viel heller sein als hier und vielleicht werden wir herumlaufen.“ „So ein Unsinn, entgegnet der andere, „herumlaufen?! Das geht doch gar nicht. Die Nabelschnur ist doch jetzt schon viel zu kurz!“ „Doch, ich glaube das geht dann schon. Es wird eben alles ein bisschen anders…“ „Es ist noch nie einer zurückgekommen von „nach der Geburt““, antwortet der ungläubige Zwilling, „mit der Geburt ist das Leben zu Ende“. Der andere: „Auch wenn ich nicht genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird, aber ich denke, wir werden dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.“ „Mutter?! Du glaubst an eine Mutter?!! Wo soll die denn bitte sein?!“ „Na hier, überall um uns herum: Wir sind in ihr, leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein.“ „Quatsch! Von einer Mutter hab ich noch nie was bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“ „Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst Du sie singen hören oder spüren, wie sie unsere Welt streichelt…“

Wir alle wissen es und kennen die Welt nach der Geburt; wir leben darin froh und fröhlich. So bin ich überzeugt, werden wir auch nach unserem Tod in einer neuen Welt leben, auferstanden, im Himmel bei Gott.