Der Fronleichnamsgottesdienst der Kirchengemeinde St. Franziskus fand am 3.6.21 auf dem ev. Freizeitgelände im Greut statt. Ein herzliches Dankeschön für diese ökumenische Gastfreundschaft. Rund 100 Gläubige konnten so das Fest trotz Corona feiern. Im Vorfeld wurden in Patchworkart Teile der Blumenteppiche von verschiedenen Familien gelegt. So gab es ein großes Motiv am Hauptaltar zum Thema “Hoffnung und Vertrauen”.

Der Gottesdienst wurde vom Chörle mitgestaltet und endete mit einem besonderen Segen.

In seiner Predigt im Festgottesdienst betonte Pfr. Dietmar Hermann:
Fronleichnam verdanken wir der hohen Bedeutung der Frau in der Kirche. Das Fest geht zurück auf die eucharistische Frömmigkeit frommer Frauenkreise in Brabant und Flandern und letztlich auf die Visionen der Juliana von Lüttich (gestorben 1258). Sie sah eine helle Mondscheibe, die am Rand einen dunklen Fleck aufwies. Sie deutete diese Vision als ,,Hostienscheibe so, dass der Kirche ein Fest fehle, das eigens die Gabe der Eucharistie sinnlich feiert. Auf ihre Anregung hin führte Bischof Robert Fronleichnam in Lüttich ein. Von da aus hielt es seinen Siegeszug zuerst in Frauenklöster, dann in die ganze Kirche. Fronleichnam entstammt also dem Gespür von Frauen.
Und weiter zitierte er den frühen Kirchenlehrer Ignatius von Antiochien. Von ihm stammt folgendes Bild: In der Eucharistie brechen wir „ein Brot …, das Arznei der Unsterblichkeit ist, Gegengift, dass man nicht stirbt, sondern lebt in Jesus Christus immerdar.“ Wir werden „geimpft“ mit dieser „Arznei der Unsterblichkeit“ wie der Märtyrer Ignatius von Antiochien sagte.
Alle unsere Alltagswege nach dem Kommunionempfang sind dann Prozessionen mit ihm durch die Welt, sind Emmauswege mit dem verborgenen Brot-Genossen. Wir sind quasi lebendige Monstranzen: Gott in dir und mir! Da kommt einem der „Kleine Prinz“ in Erinnerung, der sagt: „Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ So wünscht er einen Fronleichnamsblick, quasi mit Christus durch die Monstranz. Jede und jeder bekommt mit dem Leib Christi den „Impfstoff“, die Arznei der Unsterblichkeit, das Gegengift, dass man nicht stirbt, sondern lebt in Jesus Christus immerdar! Und so geimpft können wir die Welt und uns einander mit neuen Augen anschauen und alles, was wir in die Hand nehmen und was wir berühren, mit Liebe durchdringen.

Bewusst wurde in die 4 Himmelsrichtungen geblickt und der Segen in diese gespendet. Deshalb gab es auch 4 Altäre mit Blumenteppichen.  Dies verändert unsere Sichtweise auf die Welt und erinnert an früher, wo an Fronleichnam in die 4 Himmelsrichtungen der Segen gespendet und der Anfang der Evangelien gelesen wurde.

Norden:
Herr Jesus Christus, unsere Lebenswelt soll gesegnet sein. Dazu bitten wir dich:
Wir blicken auf die Felder, die Landwirtschaft; die Natur.
Mit neuen Augen staunen wir über das Wachstum und sind von deiner Liebe durchdrungen. Segne die Ernte und bewahre uns vor Unwetter und Gefahr!

Westen:
Herr Jesus Christus, unsere Lebenswelt soll gesegnet sein. Dazu bitten wir dich:
Wir blicken auf die Freizeitstätten und all das was unsere Lebensfreude ist.
Mit neuen Augen staunen wir über die Begabungen und Talente, die du in jeden Menschen legst und sind von deiner Liebe durchdrungen.
Segne die Beweglichkeit und Mobilität und bewahre uns vor Unfällen und Verletzungen!

Süden:
Herr Jesus Christus, unsere Lebenswelt soll gesegnet sein. Dazu bitten wir dich:
Wir blicken Richtung Krankenhaus aber auch Richtung Friedhof.
Wir sind geimpft mit dem Leib Christi der Arznei der Unsterblichkeit.
Mit neuen Augen staunen wir über die medizinischen Fortschritte und den großen Einsatz aller Pflegenden und sind von deiner Liebe durchdrungen.
Segne die Kranken und lass die Verstorbenen bei dir leben immerdar.

Osten:
Herr Jesus Christus,
unsere Lebenswelt soll gesegnet sein. Dazu bitten wir dich:
Wir blicken auf unsere Arbeitsstätten und Schulen.
Mit neuen Augen staunen wir über die Gabe des Lernens und die Produktivität und sind von deiner Liebe durchdrungen.
Segne die Schüler und Lehrenden und die Arbeitenden und schenke eine gute Atmosphäre für das Gedeihen!

Nach dem Gottesdienst konnte der Blumenteppich noch beim Altenzentrum und vor der St. Franziskuskirche betrachtet werden.