– anlässlich des Geburtsfestes von Johannes dem Täufer, dem einzigen Heiligen, dessen Geburt – neben der von Maria, der Mutter Jesu – gefeiert wird. Die Evangelisten stellen ihn als Propheten der Endzeit, als Bußprediger und Wegbereiter Jesu Christi mit eigener Anhängerschaft vor. Auch der Koran bezeugt Johannes als den drittletzten Propheten vor Jesus und Mohammed.
Der Gottesdienstkreis stellte anschaulich das Brauchtum vor, das sich aus der agrarischen Welt des Mittelalters heraus um diesen Tag herum entwickelt hat und bis heute in vielen Orten lebendig geblieben ist. So steht der Johannitag in enger Verbindung mit dem Sonnwendfeuer, das entzündet wird, um das abnehmende Licht zu verstärken und Dämonen zu vertreiben. Er erinnert aber zuallererst an den Täufer, der den Weg Jesu beleuchtet und mit Feuer und Geist taufte. Um den 24. Juni herum blüht das Johanniskraut, heilsam  gegen Depressionen und Niedergeschlagenheit. Früher band man so genannte Johannissträuße aus Heilkräutern und stellte sie in eine Vase. Aus den roten Johannisbeeren wird Gelee und Saft gemacht, – nach dem Gottesdienst zur Erfrischung angeboten! An warmen Abenden sieht man den Johanniskäfer, der zur Gattung der Leuchtkäfer gehört, wie Leuchtfeuer herumschwirren.
Um den 24. herum ist das Ende der Schafskälte; deshalb beginnt für Futtergräser und Sommergetreide die Ernte; für Spargel und Rhabarber endet sie jedoch. Als so genannter Lostag ist der Johannistag in der Überlieferung für die Landwirtschaft und das Wetter von zentraler Bedeutung, wovon viele Bauernregeln zeugen:

Vor Johanni bitt um Regen, hernach kommt er ungelegen.
Regnets am Johannitag, regnet es noch viele Tag.
Wenn Johannes ist geboren, gehn die langen Tag´ verloren.

Möge der Tag ein lebendiger Hinweis sein, so Pfarrer Hermann, dass die Welt gewendet, d.h. verwandelt werde zum Guten.

Angela Madaus                               24.6.2018