Keiner weiß, wie viele Äpfel in einem Kerngehäuse enthalten sind……Im Familiengottesdienst zum Erntedankfest am 8.Oktober in Sankt Franziskus, Pliezhausen, wurde der Bogen geschlagen vom Evangelium des Tages zum Erntedankfest: Jesus heilte zehn Aussätzige, aber nur einer kam zurück, lobte Gott und bedankte sich für die Heilung. Eine frustrierende Geschichte. Das Leben neu geschenkt bekommen, das wäre doch mehr wert als ein einfaches „danke“, und nicht einmal das bringen die neun Geheilten fertig. Unwillkürlich denkt man dabei an das Sprichwort: „Undank ist der Welt Lohn!“

Aber das muss nicht so bleiben. Wir können das Danken lernen; es ist eine Frage der Einstellung und der Blickrichtung. Dies verdeutlichte der Gottesdienstkreis anhand eines Apfels. Jeder Apfel ist für sich ein kleines Wunder. Die Kinder beschrieben ihn zunächst: er ist rund, glatt, rot, gesund und schmeckt lecker. Man kann viele Speisen mit ihm zubereiten. Wenn man ihn aufschneidet, kann man die Apfelstücke verteilen. Das Kerngehäuse kann man einpflanzen und ein neuer Apfelbaum entsteht. Für das Wunder dieses Kreislaufes vom Kern, zum Baum, zur Blüte und zur Frucht braucht man jedoch, wie ein Kind richtig bemerkte, Geduld. Jeder Apfel ist aber für sich einzig und schmeckt anders. Er ist ein Geschenk Gottes, für das wir dankbar sind. Nicht immer fällt die Apfelernte gut aus, nicht alle Menschen haben genügend zum Essen. Umso mehr müssen wir für jede Ernte und jede Frucht danken und die Gaben der Natur schätzen.
Wir können aber auch selber ein Apfelkern sein, Frucht bringen für andere, indem wir aufmerksam durchs Leben gehen, uns für die Nöte und Sorgen unserer Mitmenschen öffnen.
Angela Madaus