Viele Menschen haben am Freitag, 06. April 2018, den Weg zum Friedhof Römerschanze gefunden, Herr Pfarrer Richard Kappler wurde zu Grabe getragen. 50 Jahre war er Seelsorger in Reutlingen, im Laufe dieser Jahre, auch im Laufe der 10 Jahre im Ruhestand, begegneten ihm viele Menschen, war er Ansprechpartner für viele, die seinen Rat suchten.

Um 11:00 Uhr wurde der Sarg in die Aussegnungshalle geschoben, Herr Pfarrer Hermann, sein Nachfolger bei St. Andreas in Orschel-Hagen, und Herr Dekan Friedl, hielten den Abschiedsgottesdienst.

Christ ist erstanden von der Marter alle, des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein, Kyrieleis. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen, seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ, Kyrieleis. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein, Kyrieleison. (EKG 99)

Aus Johannes 15, Vers 16: „Jesus spricht: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Joh 15,16. 

Herr Kappler hatte viele Ämter, er nahm seine Verantwortung sehr ernst, aber seine Herzensangelegenheit war die Weitergabe des Glaubens an junge Menschen beim Religionsunterricht und der Jugendarbeit. Während der Ansprache wurde vieles in Erinnerung gebracht. Er schenkte Vertrauen, Versöhnung und Vergebung.
Die Schola, die während seiner Amtszeit in Orschel-Hagen die Gottesdienste musikalisch mitgestalteten, sangen ein letztes Mal für ihn und für die Gemeinde. Beim Orgelspiel erklang das Ave Maria nach Schubert.

Die Trauergemeinde geleitete den Sarg zum offenen Grab. Die Mitglieder der vietnamesischen Gemeinde, die ihm sehr viel zu verdanken haben, sangen zum Abschied ein Lied in ihrer Sprache. Der Kirchenchor unter Leitung von Christof Wombacher, schloss sich dem an mit dem Kanon Schalom chaverim, schalom chaverim, shalom, shalom, lehitraot schalom – Der Friede des Herrn geleite euch (434 EKG).

Anschließend traf man sich in der St. Andreas-Kirche in Orschel-Hagen, um das Requiem zu feiern. Dreizehn Priester, Weggefährten von Herrn Pfarrer Kappler, zogen feierlich in die Kirche ein. Das Eingangslied Nr. 334 im Gotteslob erklang. Herr Pfarrer Hermann gab der Gemeinde bekannt, dass Pater Anton Kappler in Indonesien genau zur selben Zeit eine Messe halten wird. Es war ihm leider nicht möglich, persönlich nach Reutlingen zu kommen. Lied Nr. 171 aus dem Gottteslob erklang zum Gloria.

Aus Offenbarung 14, Vers 13 hörten wir: Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgten ihnen nach. Aus dem Psalm 90 sangen die Schola (Gotteslob 50)

Aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (2. Korinther 5, 1 bis 10): Denn wir wissen: wenn unser irdisch Haus, diese Hütte, zerbrochen wird, so haben wir einen Bau von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, weil wir dann bekleidet und nicht bloß erfunden werden. Denn solange wir in der Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern über kleidet werden, auf dass das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat. So sind wir denn getrost allezeit und wissen: solange wir im Leibe wohnen, wallen wir ferne vom Herrn, denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum befleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, dass wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeglicher empfange, wie er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse.

Halleluja, Gotteslob 174, Vers 7

Aus Johannes 15, Verse 9 bis 17: Gleichwie mich mein Vater liegt, so liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid, denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid, denn alles, was ich habe von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan. Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe. Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebet.

Halleluja

Nach dem Credo und den Fürbitten sang der Chor zur Gabenbereitung einen vietnamesischen Choral in der Originalsprache. Aus Gotteslob Nr. 198 folgt Sanctus und das gemeinsame Gebet, wie uns Jesus dies gelehrt hat. Zum Agnus Dei folgt Nr. 202.

Frau Zeiler vom Kirchengemeinderat und Herr Dr. Willmann von der Jubilatekirche sprachen Dankesworte und Beileidebekundungen, ebenso Teilnehmer des Weihekurses 1963 und der Mitglieder am Beginn seines Studiums 1958.

Der Kanon aus Gotteslob Nr. 85, Ausgang und Eingang, wurde vom Chor gesungen und als

Ausgangslied erklang Gotteslob Nr. 365: Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht ….. 

Eine Einladung, in den Saal der Kirche noch zu kommen beschloss den Gottesdienst. Die Gemeinde hatte Maultaschen, Butterbrezeln, Hefezopf Kaffee und verschiedene Getränke vorbereitet. Man konnte sich im Gespräch austauschen. Herzlichen Dank für die Frauen und Männer, die dies alles vorbereitet haben.

Gerda Koppi, Reutlingen-Rommelsbach