Drei Jahre lang beschäftigten sich die Kirchengemeinderäte nun damit, wie sich unsere Gesellschaft verändert und damit auch unsere Kirche sich wandelt. Zunächst nahmen wir den Raum, in dem wir Kirche sind, bewusst in den Blick. 14 ehemalig eigenständige Ortschaften verteilt auf 3 selbstständige Kommunen mit ihren jeweiligen Teilorten: Eine große Behinderteneinrichtung Rappertshofen, plus 5 Altenheime, in denen Gottesdienste stattfinden; die Kommunionkinder besuchen 17 verschiedene Schulen.
Was hält hier die Gemeinden zusammen?Wir stellten fest, dass wir eine gute verbindende, ausgeglichene Gottesdienstordnung haben, dass es gut ist, dass die Kinder-und Jugendarbeit mit Wochenenden und Freizeiten gestaltet ist. Die Senioren haben miteinander als Seelsorgeeinheit ein abwechslungsreiches Programm. Die Kommunionvorbereitung mit Weggottesdiensten für alle zentral in den Pfarrkirchen und im Wechsel Gruppenstunden, hilft den Kindern, die in ihren Teilorten nur sehr wenige sind, andere Kinder in der Kommunionvorbereitung zu erleben. Ebenso haben sich Firmtage, statt wöchentlichen Gruppenstunden, bei Jugendlichen bewährt.
Wir stellten auch einige Bereiche fest, in denen wir uns verbessern wollten. Ein Ergebnis daraus ist z.B. dieses Gemeindeblatt „Kreuz und Quer“. Es war uns wichtig, nicht nur die Gemeindemitglieder, die in die Kirche kommen, zu erreichen, sondern auch all die vielen, die zur Kirchengemeinde gehören, aber nicht regelmäßige Gottesdienstbesucher sind.

Auf dem Entwicklungsweg unserer Seelsorgeeinheit beschäftigten wir uns auch mit soziologischen Studien und es wurde schnell deutlich, dass unsere heutige Gesellschaft vielschichtig ist und es gar keine Angebote geben kann, die alle ansprechen.
Um zu sehen, welche Angebote mit Leben gefüllt werden, gab es einige Experimente. Hocherfreut waren wir über den regen Zulauf beim „Achtsamen Rundgang“ durch die Ortsmitte anlässlich der 925-Jahrfeier Pliezhausen. Auch die spirituellen Angebote in der Fastenzeit und im Advent hatten gute Beteiligung. Samstags eine Kehrwoche für die Seele anzubieten, aber auch die Tankstille fanden wenig Mitmachende. All dies führte zu folgender pastoralen Umsetzung und strukturellen Klärung:

  1. Öffentlichkeitsarbeit:
    Mit Kreuz und Quer und unserer Homepage informieren wir zeitnah und ausführlich
  2. Seelsorgeeinheit vertiefen:
    Gemeinsame Veranstaltungen, wie die spirituelle Wanderung und das sich bewusst gegenseitig einladen, oder auch die Gemeindefahrten führen dazu, dass man sich gegenseitig kennt.
  3. Spirituelles:
    Die Angebote in den geprägten Zeiten, wie Advent und Fastenzeit, als auch über das Jahr hindurch alle 6 Wochen ein Bibelgespräch, helfen Glauben zu erleben.
  4. Jugendstrategie:
    Bestehendes soll gestärkt werden und die Vernetzung zwischen Sakramenten-Katechese, Jugendleitern, Ministranten verstärkt werden.

Quer durch all diese Schwerpunkte ziehen sich die Ökumene und die Ehrenamtsentwicklung. In Pliezhausen wurde eine ACK gegründet. Die Kontakte mit den evangelischen Kirchengemeinden über Ortsausschüsse in einigen Teilorten forciert. Mit der Projektstelle Ehrenamtsentwicklung, Doris Kleinmann, wird in den nächsten Jahren der Blick geschärft darauf gelenkt: was motiviert, was braucht es, bei all dem was wir tun, dass es erfüllt und Freude macht. Uns ist bewusst, die Gemeinde sind nicht die hauptamtlichen Mitarbeiter, sondern das Hauptengagement lebt im ehrenamtlichen Tun der Gemeindemitglieder.

All diese Schritte und Gedanken sind in einem Entwicklungsplan Pastoral nieder geschrieben. Hier kann der Entwicklungsplan Pastoral nachgelesen werden: Entwicklungsplan Pastoral