Bericht zum Workshop
24. Juni 2026, 17:30–20:00 Uhr, Habila (Rappertshofen 1)
Am 24. Juni fand im Hauptgebäude der Habila ein wichtiger Workshop des Orschel-Hagen Forums statt. Im Mittelpunkt standen die Zukunft des Stadtteils und die Rolle des Forums in der Quartiersarbeit. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Ute Bruckinger (Leitung der Stabsstelle Bürgerengagement) und Melanie Lorenz (Koordination Quartiersmanagement).

Die katholische Gemeinde wurde durch Aleksei Volchkov vertreten. Gemeinsam mit ihm nahm Verena Nerz teil – eine Person, die der Kirche eng verbunden ist und die Bedeutung der Pfarrei für das Leben im Stadtteil sehr gut kennt.
Was ist Quartiersarbeit?
Zu Beginn der Veranstaltung erläuterten die Moderatorinnen den Teilnehmenden das Wesen der Quartiersarbeit:
„Quartiersarbeit ist eine Form der sozialen Arbeit im Stadtteil, die die Bewohnerinnen und Bewohner eines bestimmten Quartiers als Zielgruppe hat. Sie richtet sich offen und integrierend an alle dort lebenden Menschen, orientiert sich an ihren konkreten Bedarfen und aktiviert vorhandene Ressourcen. Ihr Ziel ist es, Benachteiligung aktiv entgegenzuwirken, soziale Gerechtigkeit auf individueller wie auf struktureller Ebene zu fördern und die Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern. Quartiersarbeit lebt dabei von Begegnung und Teilhabe, von Beteiligung und Engagement sowie von gemeinsamer Verantwortung aller Beteiligten.“
Es geht nicht um klassische Sozialarbeit „von oben nach unten“, sondern um das gemeinsame Gestalten des Stadtteils mit seinen Bewohnerinnen und Bewohnern.
„Wir sind Orschel-Hagen“ – was fehlt dem Stadtteil?
Der Hauptteil des Workshops war einem offenen und ehrlichen Gespräch über die Gegenwart und Zukunft von Orschel-Hagen gewidmet. Die Teilnehmenden teilten mit, was ihnen am Stadtteil gefällt und welche positiven Assoziationen sie mit ihm verbinden.
Besonders lebhaft wurde jedoch darüber diskutiert, was fehlt.

Genau in diesem Zusammenhang fiel der zentrale Satz des Abends:
„Wir sind Orschel-Hagen“.
Viele Teilnehmende äußerten, dass es bei vielen an einem echten „Wir-Gefühl“ mangele – an einer gemeinsamen Identifikation mit dem Stadtteil.
Dabei gibt es in Orschel-Hagen durchaus ein solches Wir-Gefühl, vor allem in der Gründer-Generation und rund um die beiden Kirchengemeinden sowie im IGELOH. Allerdings ist diese Generation inzwischen älter geworden, und viele neu zugezogene Menschen haben oft die Haltung „Ich wohne halt hier“. Ein wesentlicher Grund dafür liegt darin, dass es bisher kein niedrigschwelliges und für alle zugängliches Angebot gibt, um sich mit dem Stadtteil und den Menschen hier zu verbinden. Deshalb stellt sich die Frage, wie wir insbesondere neue und jüngere Bewohnerinnen und Bewohner – gerade auch in OH-Süd – einladen können, sich als „Orschel-Hagener“ zu fühlen und sich hier zu engagieren.
Die Rolle des Orschel-Hagen Forums
Das Orschel-Hagen Forum ist bereits heute ein wichtiger Treffpunkt und Koordinationsort für alle, denen die Zukunft des Stadtteils am Herzen liegt. Es organisiert thematische Treffen, Feste und gibt das Orchal-Blättle heraus. Gleichzeitig steht das Forum vor internen Herausforderungen. Wie es diese meistert, wird darüber entscheiden, wie stark es künftig das Leben im Quartier mitgestalten kann.
Die katholische Pfarrei St. Andreas – ein wichtiger Anker im Stadtteil
Im Laufe der Diskussionen wurde immer wieder die katholische Pfarrei St. Andreas erwähnt. Die Pfarrei nimmt bereits heute einen bedeutenden Platz im Leben von Orschel-Hagen ein. Besondere Hoffnungen knüpfen die Teilnehmenden an die bevorstehende Eröffnung des Gemeindehauses St. Andreas. Viele sehen darin eine echte Chance für den gesamten Stadtteil: einen Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen zusammenkommen, ehrenamtliches Engagement wachsen und genau jenes „Wir-Gefühl“ entstehen kann, das derzeit noch fehlt.

Was kommt als Nächstes?
Der Workshop hat gezeigt: Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie bei den Partnern besteht ein großer Wunsch, Orschel-Hagen noch mehr zu „ihrem“ Stadtteil zu machen – lebendiger, verbundener und gemeinschaftlicher. Die katholische Gemeinde ist bereits aktiv in diesen Prozess eingebunden. Die Eröffnung des Gemeindehauses St. Andreas kann ein starker Impuls werden – nicht nur für die Pfarrei, sondern für den ganzen Stadtteil.
Hier liegt eine wunderbare Chance:
- Menschen dabei zu helfen, ihre Talente zu entdecken und ihren Platz im Leben des Stadtteils und der Kirche zu finden,
- neue Formen ehrenamtlichen Engagements zu entwickeln,
- die Pfarrei noch sichtbarer und offener für die Menschen in Orschel-Hagen zu machen.
Das Orschel-Hagen Forum und die katholische Gemeinde sind natürliche Partner in diesem Vorhaben. Gemeinsam können wir „wir sind Orschel-Hagen“ von einem schönen Satz in eine lebendige Wirklichkeit verwandeln.
Text, Fotos: Aleksei Volchkov, Verena Nerz

