Pfr. Dietmar Hermann: Auf dem Weg zu neuen Kirchengemeinden

Pfr. Dietmar Hermann: Auf dem Weg zu neuen Kirchengemeinden

Den Leserinnen und Lesern unserer Homepage bieten wir einen Text aus der neuesten Ausgabe des Pfarrbriefs „Kreuz und Quer“ an.


Der Prozess „Kirche der Zukunft – Seelsorge in neuen Strukturen“ beschäftigte unsere Kirchengemeinderäte mehrfach. Der Wandel in Kirche und Gesellschaft ist unaufhaltsam. 

Die Rahmenbedingungen werden sich durch die sinkende Zahl von Kirchenmitgliedern  – bis 2040 voraussichtlich bis zu 32% weniger Kirchenmitglieder, dem bis 2035 zu erwarteten Rückgang der Kirchensteuerkraft und dem Rückgang von bis zu 50% aller pastoralen Mitarbeitenden in allen Berufsgruppen bis 2040 drastisch verändern.

Dennoch soll die Seelsorge diesen veränderten Anforderungen gerecht werden, um mit den begrenzten Personal- und Finanzressourcen bedarfsgerecht und wirkungsvoll in schlanken und effizienten Verwaltungsstrukturen zu handeln

Das zu sehen und darauf zu reagieren ist schmerzhaft, denn es bedeutet, dass die jetzigen Strukturen nicht mehr tragen.

Trotzdem soll die Seelsorge das Herz der Kirche am Ort und an vielen Orten bleiben.

Denn Kirche, das sind nicht nur Gebäude – das sind wir alle.

Daher haben Bischof Dr. Klaus Krämer und der Diözesanrat bereits Ende 2025 beschlossen, künftig 50 bis 80 neue Kirchengemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart einzurichten. Für deren Leitung soll die Vielfalt der kirchenrechtlich möglichen Leitungsmodelle (Pfarrer, Pfarrerteam, Pfarrbeauftragte) genutzt werden und gleichzeitig die Funktion einer Verwaltungsbeauftragten zur Unterstützung werden.

Aus wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Gründen werden die neuen Kirchengemeinden auf dem Weg der Union der bisherigen kirchengemeindlichen Körperschaften mit der Möglichkeit einer neuen Namensgebung gebildet.

In den neuen Kirchengemeinden werden die bisherigen gemeindlichen „Kirch-Orte“ zusammen mit thematischen „Kirch-Orten“ (z.B. Jugend, karitative Einrichtungen) zu einem Netzwerk vereinigt und arbeiten über Kirchortausschüsse und Themenausschüsse im Kirchengemeinderat zusammen.

Konkret für die Kirchengemeinden im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten ist momentan die Errichtung von 2 oder 3 neuen Kirchengemeinden in der Diskussion.

Dabei sollen Kriterien wie die Orientierung an Lebenswirklichkeiten und Lebensräume der Menschen, ökumenische Partnerschaften und bestehende Kooperationen, kommunale Grenzen und topographische Gegebenheiten, der Stadt-Land-Unterschied und historische Hintergründe, sowie die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr berücksichtigt und abgewogen werden.

Diese Abwägungen geschah in den KGR-Sitzungen und diese wurde auch in Gemeindeversammlungen vorgestellt. Sowohl der Kirchengemeinderat St. Andreas, wie auch der Kirchengemeinderat St. Franziskus sieht unsere Kirchengemeinden in engem Bezug zur Stadt Reutlingen, aber auch in Beziehungen zu Metzingen. Auch sehen wir Pfullingen und Ehningen im Bezug zu Reutlingen. Deshalb sprachen sich die Gremien für eine neue Kirchengemeinde aus den Seelsorgeeinheiten:

  • SE 1 Rt Nord,
  • SE 2 Rt Mitte,
  • SE 3 Rt Süd,
  • SE 4 a Metzingen
  • und SE 5 Pfullingen,

aus.

Bereits Ende 2026 soll sich dann eine Neuordnung der katholischen Kirche im Landkreis Reutlingen abzeichnen. Der Weg der Umsetzung geht dann weiter über gemeinsame Gründungsvereinbarungen und Kooperationsverträge bis Bischof Dr. Klaus Krämer ab 2030 die neuen Kirchengemeinden in der gesamten Diözese Rottenburg-Stuttgart errichtet.

Im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten werden wir aber schon viel früher kooperieren und zusammenarbeiten müssen, da ab Sommer zwei Pfarrer in den Ruhestand gehen und drei Seelsorgeeinheiten ohne Pfarrer sein werden. So auch die Seelsorgeeinheit Reutlingen Mitte. Dies erfordert eine Zusammenarbeit in Solidarität zwischen den drei Reutlinger Seelsorgeeinheiten.

Text: Dietmar Hermann

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