Am 20. Mai 2026 wurde im Evangelischen Gemeindehaus Häslach ein besonderes Jubiläum gefeiert: Der Ökumenische Frauentreff blickte auf 30 Jahre gemeinsamer Geschichte zurück.
Seit seiner Gründung im Jahr 1996 ist aus einer kleinen Initiative ein lebendiger Ort der Begegnung, des Glaubens, des Austauschs und der Freundschaft geworden – offen, ökumenisch und geprägt von großem ehrenamtlichem Engagement.
Die zentrale Metapher des Jubiläums lautete passend: „eine reiche Ernte“ – die Ernte vieler Jahre gemeinsamer Wege, Gespräche, Gebete und Begegnungen.
Bereits ab 9:30 Uhr begann die Feier mit einem festlichen Stehempfang. Bei Kaffee und Tee, Sekt, Orangensaft und Fingerfood kamen die Gäste ins Gespräch. Anschließend nahmen die Besucherinnen und Besucher ihre Plätze ein.
Nach der Begrüßung wurde gemeinsam das Lied „Dich rühmt der Morgen“ gesungen.
Grußworte sprachen Pfarrer Uwe Rechberger aus Häslach und Pfarrer Dietmar Hermann aus Seelsorgeeinheit Reutlingen-Nord. Mit einem kurzen Impuls sprach außerdem Aleksei Volchkov, Referent für Engagemententwicklung der Seelsorgeeinheit Reutlingen-Nord.
Es folgten ein Körpergebet nach Anton Rotzetter sowie Gedanken von Dietrich Bonhoeffer.
Im Mittelpunkt der Feier stand ein Rückblick auf die Geschichte des Ökumenischen Frauentreffs. Die Entwicklung der Gruppe wurde anhand von Bildern, Interviews, alten Programmen, Plakaten und Erinnerungen lebendig nachgezeichnet. Besonders berührend waren spontane Wortmeldungen, Erinnerungen an frühere Jahre sowie Ergänzungen zur Corona-Zeit, in der der Frauentreff neue Wege finden musste und Begegnungen teilweise telefonisch stattfanden.
Der Ökumenische Frauentreff begann 1996 zunächst in privaten Häusern. Später fanden die Treffen im Evangelischen Gemeindehaus Häslach ein festes Zuhause. Von Anfang an gehörten Kaffee und Brezeln ebenso selbstverständlich dazu wie Gespräche über Glaubensfragen und Alltagserfahrungen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine feste Struktur:
- kreative Angebote,
- Buchvorstellungen,
- Spaziergänge und Ausflüge,
- Gespräche zur Jahreslosung,
- Brunch-Treffen
- sowie Themen-Vormittage, bei denen stets ausreichend Raum für Diskussion und persönlichen Austausch blieb.
Die Gruppe beschreibt sich selbst mit Begriffen wie „glaubenshungrig, diskussionsbereit, weltoffen, vielseitig, singfreudig, kreativ, wissensdurstig und neugierig“. Diese Worte spiegeln etwas von dem Geist wider, der den Frauentreff über Jahrzehnte geprägt hat: Offenheit, geistliche Suche und die Freude daran, miteinander unterwegs zu sein.
Im Laufe der Feier wurde auch den vielen Frauen gedankt, die den Frauentreff über Jahre getragen und geprägt haben. Besonders hervorgehoben wurden die Frauen aus den Leitungsteams verschiedener Zeiten.
- Hilde Eggensperger begleitete die Gruppe in den ersten zwanzig Jahren maßgeblich.
- Elke Fuhr engagierte sich bereits in der Anfangszeit über mehrere Jahre hinweg.
- Bärbel Wilhelm wirkte in den ersten Jahren mit und entwickelte das Logo des Frauentreffs.
- Elisabeth Burger übernahm Verantwortung insbesondere in den Jahren nach 2008.
Dank galt ebenso den Frauen, die heute weitere Angebote für Frauen vor Ort mitgestalten:
- Ursula Souchon, die den Frauenkreis organisiert, der sich alle 14 Tage mittwochs trifft;
- Margret Böttler, verantwortlich für den Montag-Frauen-Abend, der monatlich stattfindet, sowie
- Madeleine Petermann, die mehrmals im Jahr den „Ladies Time“ gestaltet.
Besondere Würdigung erhielten auch die sogenannten „Ehrenmitglieder“. Hanne Bitzer bereicherte den Frauentreff musikalisch und inhaltlich, Wolfgang Prause brachte Reiseberichte ein und gestaltete Karten, während Christiane Rösel wichtige Impulse etwa durch Bibliolog und Zukunftswerkstatt schenkte.
Ein besonderer Dank galt außerdem Angelika Vollmer, die im Pfarrbüro über viele Jahre die Öffentlichkeitsarbeit mit großer Verlässlichkeit begleitet hat.
Die Geschichte des Frauentreffs ist eng mit vielen Namen verbunden.
- Gesine Gruhler begleitet den Treff seit seiner Gründung im Jahr 1996.
- Anne Prause engagiert sich seit 2016,
- Mathilde Rilli seit 2022.
In den Präsentationen tauchten immer wieder starke Bilder auf. Da war die Rede von einer „reichen Ernte“ der vergangenen drei Jahrzehnte – einer Ernte aus Freundschaften, gemeinsamem Glauben, Liedern, Gesprächen und gegenseitiger Unterstützung. Ein weiteres Bild war das des Obstsalats: Unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Erfahrungen und Charakteren verlieren ihre Eigenart nicht, sondern bereichern gerade in ihrer Verschiedenheit die Gemeinschaft. Ebenso wurde das Bild einer Brücke aufgegriffen – einer Brücke, die durch gemeinsames Essen, Beten, Singen und Zuhören entsteht und Menschen verbindet.
Zum Abschluss der Feier wurde ein Segenslied gesungen. Doch viele blieben noch – zum Gespräch, zum Erinnern und zum gemeinsamen Verweilen. Vielleicht ist genau das das schönste Zeichen dafür, was der Ökumenische Frauentreff in Häslach seit nunmehr 30 Jahren bedeutet: ein Ort, an dem Menschen Glauben teilen, Fragen stellen, Gemeinschaft erleben und miteinander wachsen. Eine wirklich „reiche Ernte“.
Text, Fotos: Aleksei Volchkov
















