Künstliche Intelligenz (KI) und Social Media

Vortrag beim Neujahrsempfang der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) am 30.01.26 in Pliezhausen. Zu Gast war Jan Vanvinkenroye vom ökumenischen Medienreferentennetzwerk.

Social Media – das ist ein „biographisches Thema“-, wie der Referent Jan Vanvinkenroye gleich eingangs launig und halbernst bemerkte und durch einige Zahlen belegte: 2/3 aller Deutschen lieben Fußball; mehr als 2/3 der deutschen Bevölkerung wiederum ist in Social Media aktiv (Ältere überproportional auf Facebook, Jüngere eher auf Plattformen wie Instagram und die „Kohorte“ der Generation Z eher bei Tik Tok). Der Spitzenreiter ist die Kommunikationsplatform Whats App, und zwar durch alle sozialen Schichten hindurch. Nur eine verschwindende Minderheit von 2 % nutzt keine Platform und geht auch nicht online. Bemerkenswert schließlich noch: Rund 1/3 der Bevölkerung über 14 Jahren nutzt täglich Social Media, und You Tube wird mittlerweile allgemein und alltäglich benutzt „wie eine Art Fernseher“. Stark rückläufig sind logischerweise die Nutzung der Print Medien und das Fernsehen in der „Kohorte“ der Jungen, die sich ihre Informationen – Tendenz kontinuierlich steigend – digital besorgen.

KI – Bei den durch KI generierten Werke geht es im Wesentlichen um zwei Dinge, einmal um den Datenschutz und dann um die so genannte „Heuristik“ (Problemlösungsverfahren), die laut Referent nicht mehr ausreicht, um Widersprüche und Fehler in den Tools (etwa eine App oder ein Computerprogramm) zu finden. Bei den Schreibprogrammen gibt es nach Jan Vanvinkenroye Unterschiede: Übersetzungsprogramme sind einigermaßen gut, ad hoc-Übersetzungen wohl schon theoretisch möglich, aber die Aussage-Qualität KI-produzierter Texte ist doch, wie jeder, der damit arbeitet, feststellen kann, teilweise dürftig, da die Nuancierung und die persönliche Note fehlen und der Text oft aus austauschbaren Segmenten besteht.

In Deutschland und in der EU genießen rein KI-generierte Werke keinen Urheberschutz, da das Gesetz nur persönliche, geistige Erzeugnisse von Menschen schützt. Bei Nachbearbeitungen durch Menschen greift allerdings der Urheberschutz. Und nach dem EU AI Act sollen 2026 bestimmte KI-Inhalte besonders gekennzeichnet werden. Mit der steigenden Computerleistung können nämlich so genannte Chatbot-Systeme (der Referent nannte hier die generative Maschine Learning Modelle oder das Chatmodell GPT) immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen und bis zu einem gewissen Grad autonom handeln. Die Frage, die sich hier stellt, ist die Authentizität: Wie erkenne ich vom Menschen nachbearbeitete Bilder als nicht authentisch, so dass ich mich unter Umständen dagegen wehren kann?

Auf die Frage aus dem Publikum – was nehmen wir mit für unsere Kommunikation in der Gemeinde? – die Antwort des Referenten: Probieren Sie aus, nutzen Sie Medien (wie whatsapp) für benötigte Informationen.

Aber: Kommunikation ist nach wie vor im Wesentlichen Begegnung. Daher ist das Gespräch vor der Kirchentür durch nichts zu ersetzen!

Musikalisch wurde der Neujahrsempfang von der Band „Wood, Wind & Wire“ der Theologischen Hochschule Reutlingen mit klangvollen Liedern umrahmt und im Anschluss gab es viele Gespräche bei einem Stehempfang.

Angela Madaus 31.1. 2026

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