„Franziskus, gehe hin und stelle mein Haus wieder her, das ganz zerfällt, wie du siehst!“ Vom Einsturz war zu Beginn der 80-er-Jahre die katholische Kirche in Pliezhausen nicht bedroht, wie die kleine Kirche in San Damiano, deren Wiederaufbau unser Patron Franz von Assisi tatkräftig in die Hand nahm – sie existierte nämlich noch gar nicht, was den ca. 2000 Katholiken im Reutlinger Stadtteil Mittelstadt und in den Gemeinden Walddorfhäslach und Pliezhausen  mit seinen Teilorten Gniebel, Rübgarten und Dörnach ein Ärgernis war.

Sie mussten entweder die Gastfreundschaft der evangelischen Kirchengemeinde Walddorfhäslach in Anspruch nehmen oder zum sonntäglichen Gottesdienst nach Neckartenzlingen (Sankt Paulus) oder nach Sankt Andreas in Orschelhagen gehen oder fahren. So wurde immer wieder an einen Neubau gedacht. Schließlich entstand die Idee, als Übergangslösung das alte Schulhaus in Pliezhausen zu erwerben und zu einer Kirche umzubauen; 1979 erwarb die Kirchengemeinde Sankt Andreas das Gebäude, renovierte und baute es um. Mitte 1984 kam Adolf Konrad als Vikar nach Pliezhausen, im September hielt er als Pfarrer seinen ersten Gottesdienst im Franziskussaal, im Dezember wurde die Kirche geweiht. Zum 1.10.1986 errichtete das Bistum Rottenburg die nun selbständige Kirchengemeinde Sankt Franziskus.

Am 5.7.1998 wurde das katholische Gemeindehaus in Walddorfhäslach (Ortsteil Walddorf) als Dependance der Kirchengemeinde Sankt Franziskus eingeweiht. Dort finden vielfältige Begegnungen und regelmäßige Vorabendgottesdienste statt.

Von 1992 bis 2012 leitete Dr. Achille Mutombo die Pfarrgemeinde. Seit 2000 sind die selbständigen Pfarrgemeinden Sankt Andreas und Sankt Franziskus organisatorisch in einer Seelsorgeeinheit verbunden, als deren Pfarrer seit 2014 Dietmar Hermann wirkt.

Die Kirche in Pliezhausen erweist sich zusehends als zu klein. So entscheidet sich der Kirchengemeinderat für einen Um- und Ausbau. Am 3.10.2010 wird die Kirche in einem Festgottesdienst eingeweiht.

Aus dem Provisorium ist eine ansehnliche Kirche geworden. Leider ist das Gemeindezentrum insgesamt aber auch in die Jahre gekommen, die Büroräume und der Franziskussaal genügen baurechtlichen Vorschriften nicht mehr. Also ein weiteres Umbauprojekt! Sankt Franziskus ist nun seit November 2016 barrierefrei – mittels eines Aufzuges an der Giebelwand – zu besuchen.

 

Angela Madaus