Rund 40 Teilnehmer trafen sich am Dienstag 11.11.25 zum Vortrag von Andreas Rieck.
Anhand von Geschichten mit Lebensweisheiten führte er ein, dass vieles in unserer Hand liegt. Dies zu wissen, hilft in Zeiten der Unsicherheit und wachsenden Ängste, wo vieles außerhalb unserer Kontrolle zu liegen scheint. Genau dann lohnt es sich, den Blick auf das zu richten, was wir tatsächlich beeinflussen können. Ganz nach dem Motto Martin Luthers: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
Lebensfreude und Zuversicht entstehen nicht durch Grübeln über das Unveränderbare, sondern durch bewusstes Handeln im eigenen Einflussbereich. Unsere wichtigste Entscheidung ist, ob wir das (Universum) Leben für einen freundlichen oder für ein feindlichen Ort halten, so Albert Einstein. Mit welcher Grundhaltung wir durch das Leben gehen, liegt also daran, wie wir uns entscheiden! Jede und jeder ist für sich gefragt: Sieht man sein Umfeld als freundlichen oder feindlichen Ort? Und er gab den Rat: In Krisen sollen wir nicht umwerfen, was wir in guten Zeiten entschieden haben.

In kurzer, plakativer und polemisierender Schnelligkeit stellte er dann zwei Sichtweisen als Optionen vor. Entscheide ich mich für eine materialistische Sichtweise oder eine geistige Sichtweise des Lebens?
Schlagworte für die materialistische Sichtweise waren:
- Der Geist existiert nicht unabhängig vom Gehirn.
- Nur objektiv messbares zählt. (Expertenmeinung)
- Die materialistische Sichtweise sieht alles als getrennte Objekte.
- Es existiert die Illusion „man kann alles kontrollieren“.
- Wunder können nicht geschehen.
- Es gibt keinen übergeordneten Geist.
Schlagworte für die geistige Sichtweise waren:
- Der Geist existiert unabhängig vom Gehirn.
- Alles ist subjektiv.
- Beziehung statt Trennung steht im Zentrum.
- Wunder können geschehen und sind normal.
- Es existiert ein übergeordneter Geist oder ein großes Bewusstsein (oder religiös gesprochen Gott).
Was beobachten wir in unserer heutigen Welt? Beide Prinzipien leben nebeneinander her! Und: Nur das, auf was ich schaue zählt für mich!
Albert Einstein sagte: „Was wir Materie nannten, ist Energie, deren Schwingung so gesenkt wurde, dass sie für die Sinne wahrnehmbar wird. Es gibt keine Materie“. Wer sich mit Atomen beschäftigt weiß: Das meiste ist Raum zwischen dem Atomkern und der Elektronenhülle. Also alles lebt von Verbundenheit und ist durchlässig… Anhand von Zitaten früher Gelehrter und Schriftsteller zeigte er auf, dass dies in der geistigen Sichtweise schon immer gesehen wurde: „Lerne zu sehen! Erkenne, dass alles mit allem verbunden ist,“ so Leonardo da Vinci.
Im nächsten Teil des Vortrags lud er ein in drei Schritten zu mehr Gelassenheit zu kommen:
Erstens: Den Blick in mein Leben: Welche Situation fordert mich heraus? Und: Was ist davon in meinem Spielraum? Oder: Was ist im Spielraum einer anderen Person? Oder: Was ist die Realität?
Zweitens: Den Blick nach innen: Was löst die Situation in mir aus? Welche Gedanken mache ich mir über mich, andere und das Leben? Welche Gefühle und welches Verhalten hat dies zur Folge? All dies ist „Meins“.
Drittens: Der Blick nach vorne: Was ist jetzt für mich dran? Kann und soll ich etwas aus eigener Kraft ändern? Geht es für mich darum, das anzunehmen, was ist und meine Einstellung zu ändern? Ist es für mich dran, die Situation innerlich oder äußerlich zu verlassen.
Wer so denkt erhält einen größeren Spielraum im Leben und kann ihn gestalten.
Dieses Erkennen, was im Leben wertvoll ist und zu Spüren, man ist selbst wertvoll, hat sich gelohnt! So gingen alle mit frischen Gedanken erfüllt nach Hause.


