Es war der Abend für die „Unsichtbaren Helden und Heldinnen“, wie es auf einer Internetseite über Ehrenamt heißt. Ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland ist laut einer Studie ehrenamtlich tätig. Rund einhundertzwanzig dieser Engagierten feierten im Oktober einen fröhlichen Abend in der Festhalle in Mittelstadt. Eingeladen zum sogenannten Ehrenamtsfeuerwerk hatten beide Kirchengemeinden, gekommen waren Aktive aus allen Gemeindeteilen von Gniebel bis Orschel-Hagen. „Alle miteinander“, wie auch Fräulein Schwab vom Ehrenamt, alias Ida Ott, feststellte. Die Kabarettistin warf in einem besonderen Programmpunkt ihren eigen(willig)en Blick auf das Ehrenamt. Im „farbenfrohen Häs“ präsentierte sie einen bunten Mix aus knitzen Bemerkungen, schwäbischem Humor, augenzwinkernd erzählten Witzen und kleinen, eher liebevoll gemeinten Seitenhieben auf Zugereiste, von denen auch Anwesende im Saal nicht verschont blieben.

Doch der Abend war mehr als ein Dankeschön für die vielen freiwillig geleisteten und nicht bezahlten Arbeitsstunden. Mechthild Betz initiierte als neue Ehrenamtskoordinatorin eine Ideen- und Austauschbörse für Ehrenämter: was wird gesucht, was wird angeboten, wie kann man sich einbringen, wo möchte man mitarbeiten? Hilfe beim Internetauftritt, Mitspieler im spirituellen Kabarett, Flüchtlingsbetreuung waren als erste Ideen auf der Pinwand zu lesen.

 

Anregungen fanden die Besucher zudem auf den Stellwänden, die einen Überblick über bestehenden Gruppen und Angebote der Kirchengemeinden zeigten, und in einem Ehrenamtscheck im Internet. Von den ausliegenden Ehrenamtskarten, auf denen Ideen für kreative, musikalische, handwerkliche oder soziale Mitarbeit niedergeschrieben werden konnten, wurde reichlich Gebrauch gemacht, war das Ausfüllen doch auch mit einem Gewinnspiel verbunden.

Und natürlich wäre ein Abend ohne das leibliche Wohl und musikalischer Untermalung kein fröhlicher Abend. Deshalb sorgten für das eine die Festausschüsse der Kirchengemeinden und für das andere die Gruppe „Zelda“ aus Reutlingen mit Musik aus Skandinavien, Irland und Frankreich, und die Caritas-Stiftung sorgte mit einer finanziellen Unterstützung dafür, dass ein solcher Abend überhaupt stattfinden konnte.

Pfarrer Dietmar Hermann dankte allen Beteiligten für ihr Engagement, gleichwohl wissend, dass viele auch nicht mehr tun können, als sie ohnehin schon tun. Er hofft auf positive und inspirierende Mundpropaganda unter den Gemeindemitgliedern. Oder wie Fräulein Schwab es gesagt hat: „Tun Sie etwas, bei dem Sie Nix verdienen, es zahlt sich aus.“ (mto)